R. Jiilicher, Miszellen zur märkischen Volkssprache.
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§ 8. „Bei der Jagd auf den Gewässern ist jede Kollision mit den Fischern zu vermeiden.“
Seit 1851 wurden die 3 Jagdreviere in zwei zusainmengelegt, dereu jedes auf je 6 Jahr zur Verpachtung gelangt.
Miszellen zur märkischen Volkssprache.
Mitgeteilt von R. Jülicher-Rixdorf.
In den Bänden 2—6 der Monatsblätter fand ich so manche Anregung, dass ich mir erlaube, zur Verbreitung in diesem Organ folgende kleine Beiträge als bescheidene Bausteine zu bieten.
1. Zu dem schönen Artikel „Der Storch in der Mark“ kann ich ergänzen, dass dieser Hausfreund des Menschen in den Dörfern von Angermünde ganz allgemein „Knappendräg er“ (Träger) genannt wird, jedenfalls soll es „Kinderbringer“ bedeuten. Übrigens hat man in Thüringen in der goldenen Aue den „Bauerngraben“ bei Rossla, ein höchst merkwürdiges intermittierendes Gewässer, zum Ort der Herkunft der auch hier vom Storch gebrachten Kindlein gestempelt.
2. Die häufige Erwähnung der Kienäpfelbezeichnung Kuckeluren kann ich aus den Jahren 1876—1884 ganz bestimmt und allgemein für die Dörfer des niederen Fläming zwischen Baruth und Jüterbog bestätigen; ich habe sie dort ausnahmslos gehört, z. B. in Petkus, Wahlsdorf, Liepe, Buckow, Charlottenfelde, Liessen, Stülpe, Holbeck, Merzdorf u. s. w. Dies bringt mich auf noch mehrere ähnliche Volksausdrücke, die ich ordnen möchte nach zwei Landschaften:
A. Auf dem niederen Fläming. B. Uckermark.
Hochdeutsch
Volkssprache
Hochdeutsch
Volkssprache
Kienapfel
(kuckeluren Habicht
Häw’k Horvi ü
Besenpfriem (Siiroilianiiiiis)
Kriensch ’ '
| Hecht
Hakt II
Farn
Papisch
Star
Kprehn
Schachtelhalm
Kattenstärt
Zeisig
Ziesk
Schmetterling
Pläppisch
Junge Gänse
Gösseln, Jüsseln
Kiennadeln
Müll
Fohlen
Fälnf ’
Moos
der Moch
Primel
Kuckenblume
Pfefferlinge (Pilze)
Gelberlinge*)
Mohn
Män5
Rohrkolbe (Typha)
SdiiMckeiliitsdikein
Wiesenknöterich
Hammelschwanz
*) auch Piiperlinge.