Heft 
(1902) 11
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Kleine Mitteilungen.

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Kleine Mitteilungen.

Glockeninschriftpn. Von Martin Heintze finden sich sämtliche 3 Glocken gegossen in der Kirche zu Frauenhagen, Kreis Angermünde.

Die kleinste und mittlere tragen übereinstimmend folgende Inschrift: Gegossen Anno 1702 i^docli hier ohne Namen des Giessers!) Soli Deo Gloria Daniel Schultzc, Hans Christoph von Greiffenberg, Patronus (seitdem aus­gestorben), Michael Sigismundus Sclnvartze, Pastor, Gustav Andreas Wilke, Arendator-Pltchter (des jetzt Gräflich Kedernschen Kitterguts). Ilanc campana fieri fecerunt in usum et possesione aedis Frauenhagensis. Beredter noch ist die dritte Glocke:Gos mich Martin Heintz in Berlin I Paralip. XXX V. 14. (1. Chronika 30, 14). Was bin ich, denn von Dir ist es alles kommen und von Deiner Hand haben wir Dirs gegeben. Auf der andern Seite: Zur Ehre Gottes ist diese Glocke der Frauenliagensclien Kirchen von den Patronen Hochwohlgeborenen Herren, Herr Jochen Friedrich, Herr Baltzer, Gebrüdern von Greiffenberg und Pastor Michael Sigismund Sclnvartze und Herrn Martin Tielken, Pensionario (Amtmann) zu Frauenhagen und dessen Eheliebsten, Frauen Maria Schmollin Anno Christi MDCCXIX verehret worden.

Alle diese Inschriften von mir in den Jahren meiner dortigen Amts­tätigkeit 188691 genau abgeschrieben.

Besonders interessant für die Gesellschaft Brandenburgia wird aber sein, dass an einem 7 m langen !, '/ 2 m breiten Anbau hinter dem Chore dieser Kirche die Gruft des Mannes sich befindet, nach welchem der llackesche Markt in Berlin seinen Namen führt. In diesem durch schwere Eichenthür verschlossenen, sonst durchaus ungeschmückten Raume stehen drei Särge Erwachsener und ein ganz kleiner Kindersarg (enthaltend auf Hobelspänen ruhende kleine Gebeine; des Behältnisses rechte Langseite ist durch einen rechteckigen Ausschnitt auf der Deckelschräge beschädigt! Die beiden Hauptsärge sind mit schwarzem Samt ganz umhüllt; darauf je ein vergoldetes Deckelschild. Der Sarg des Grafen, dessen Schild umgeben ist mit der Nachbildung der beiden hohen Orden, zeigt folgende Inschrift: Hier ruhen die Gebeine Seiner Ilochgräfliclien Excellentz des weyland hocli- gebohrnen Grafen und Herren Herrn Hans Christian Friedrich Graf von Hacke, Seiner Königl. Majestät von Preussen wohlbestalltem General- Lieutenant von der Infanterie, Commandant der Residenzstadt Berlin, Obersten über ein Regiment zu Fuss, des Königlichen Schwartzen Adlerordens und des St. Hubertusordens Ritter, Hofjägermeister und Drost zu Sperenbcrg, Erbherr auf Radewitz, Sommersdorf, Luckow, Petershagen, Griintz, Neuhof, Stecklin (sämtlich pommersche Dörfer im Kreise Randow), Frauenhagen und Kuhweyde (letzteres seit Ende des 18. Jahrhunderts in Fr. aufgegangen!) Er wahr geboren den 20. Oktober 1699, verwechselte das Zeitliche mit dem Ewigen den 17. August 1754, Alter 54 Jahr, 9 Monath, 28 Tage.

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