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Kleine Mitteilungen.
Der Sarg seiner Gemahlin ist so beschrieben:
„Frau Sophie, Albertinc, geborene von Creutz, des weyland Königl. Preussischen Generallieutenants Herrn Hanns Christian Friedrich Grafen von Hacke Witwe, Erb-, Burg- und Schlossgesessenen auf Penkulm, Wollin, Storkow, Friedefeld, Battingsthal, (siimtlich im Kreise Randow gelegen) auch auf Radewitz, Grüntz, Luckow, Petershagen und Stecklin, ward gebohren in Berlin, den 11. Januar 1714, vermahlt an hochgedachten Herrn General- Lieutenant den 26. Februar 1732, verwitwet den 17. August 1754, ging ein zur seeligen Ruhe den G. August 1757 und erwartet hier zu Seiten ihres seeligen Eheherrn und ihrer Frau Tochter die Auferstehung zum ewigen Leben.“
Der Sarg der Tochter entbehrt des Samtschmucks wie auch wunderbarer Weise jeder Inschrift.
(Von mir zuerst mitgeteilt im „Bär“ 1887, No. 24.)
Puppe. Im Anschluss an meinen Bericht über die 1!). (8. ordentl.) Sitzung der „Brandenburgia“ in No. 51 der „Frankf. Oder-Zeitung“ (vom 1. März 1902), in dem ich einige Mitteilungen über die verschiedenartige Bezeichnung der Puppe in den Kreisen der Provinz Brandenburg machte, schreibt ein Leser (Kr.) in No. 53 desselben Blattes folgendes:
„Im Züllichau-Schwiebuser Kreise bis in das Posensche hinein (Unruhstadt, Meseritz u. s. w.) war früher auf dem platten Lande für Puppe die Bezeichnung „ Tocke“ (nicht Docke) allgemein üblich. In der ländlichen Sprechweise hiess die Einzahl „die Tßck“, die Mehrzahl „die Tocken“. Aus Pfeiferkuchenteig gebackene, puppenähnliche Figuren, die man hin und wieder zu Weihnachten seinen Patchen schenkte, hiessen Pfeffertocken. Der Besitzer eines Puppentheaters wurde Tockenspieler genannt; auch sonst kam die Bezeichnung vielfach vor. So war es wenigstens in früheren Jahren; jetzt, wo sich auch auf dem Lande eine verfeinerte Sprechweise einbürgert, mag ja auch diese Bezeichnung mehr und mehr verschwunden sein. Früher hat sie sich jedenfalls einer grösseren Verbreitung erfreut. Singt doch P. Gerhard in seinem Ehestandsliede: „Wie schön ist’s doch“ u. s. w r . (No. 724, Str. 5 im Züllichauer Gesangbuche):
„Dich, dich hat er ihm auserkorn,
Dass aus dir ward herausgeborn Das Volk, das sein Reich bauet ^
Sein Wunderwerk geht immerfort,
Und seines Mundes starkes Wort
Macht, dass dein Auge schauet
Schöne Söhne und die Tocken (für Tochter),
Die den Rocken Fein abspinnen
Und mit Kunst die Zeit gewinnen.“
Dr. G. Albreclit.
Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Cüstriner Platz 9. — Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.
Druck von P. Stankiewiez' Buchdruckerei, Berlin, Bernburgerstrasse 14.