Heft 
(1902) 11
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8. (3. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahves.

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am 25. Mai 1902 in der Friesacker Zeitung, von der ebenfalls mehrere Exemplare verteilt werden, ausführlich und treffend geschildert.

XXV. Uns. Mitgl. Pastor Zimmermann, der unermüdliche Er­forscher des Schlachtfeldes von Dennewitz und Umgebung hat neue Gedächtnissteine zur ferneren Orientierung aufgestellt, worüber ein vor­gelegtes Flugblatt Aufschluss giebt.

XXVI.Pharus-Ruch Berlin mit Vororten. Wegweiser auf Schritt und Tritt. Mit vielen Bildern, Bunttafeln und den amt­lichen Nummern der Strassen - Linien, nennt sich das Ihnen hiermit vorgelegte im Pharus-Verlag kürzlich erschienene Buch, das wirklich zugleich ein Leuchtturm und Führer im Berliner Verkehr ist, kurz und doch genügend ausführlich, dabei überaus Avohlfeil (30 Pf.). Das höchst praktische Werkchen wird hoffentlich manche Auflage und darin manche Nachträge erleben.

XX VII.Curt Gerstenberg: Ludwig der Römer als Allein­herrscher in der Mark Brandenburg. I. Kapitel. Berlin 1902. Der Sohn unseres Stadtschulrats Professor Dr. Gerstenberg bietet uns hier den Anfang eines grösseren streng wissenschaftlichen Werkes über eine der Aufhellung noch sehr bedürfende Epoche märkischer Geschichte. Verf. sagt davon: Von meiner ArbeitGeschichte der Mark Brandenburg vom Luckaucr bis zum Fürstenwalder Vertrage (13511373), hat nur der I. Teil: Ludwig der Röwer als Alleinherrscher in der Mark Branden­burg, der in denHistorischen Studien (E. Ebering, Berlin) erscheint, zur Beurteilung Vorgelegen.

S. 30 heisst es:Ludwig der Römer kehrt in die Mark zurück.

Die Schwierigkeiten, welche die Wittelsbacher überall umgaben, waren noch nicht beseitigt. Über 25 Jahre weilte Ludwig der Ältere als Markgraf in der Mark Brandenburg. Immer war sie für ihn ein Schmerzenskind gewesen. Da fasste er denn den Beschluss, der Mark auf einige Zeit den Rücken zu kehren und in die vom Vater eroberten Lande zurück­zueilen. Die Brüder Ludwig des Älteren, Ludwig der Römer und Otto teilten wiederum die ihnen vor kurzem zugefallenen Laude. Die Teilung übernahm derselbe Mann, welcher schon als Schiedsrichter zwischen den Wittelsbachern und Karl IV. aufgetreten war, der Pfalzgraf Ruprecht. Sechs Jahre lang soll die Verwaltung der Mark Brandenburg in den Händen Ludwigs des Römers liegen, die Kurstimme bleibt dem scheidenden Markgrafen. Dieser Vergleich wurde die Grundlage des Teilungsvertrages von Luckau. Am Weihnachtsabend 1351 konnte Ludwig der Römer sich Herr von Brandenburg nennen.

Ein Segen ist für das märkische Land gewesen, was am Weihnachts­abend 1351 in Luckau zwischen den beiden Brüdern, die den Namen ihres Vaters führen, vereinbart wurde. Der jüngere Ludwig mag der unbedeutendere Mensch, der schwächere Regent geAvesen sein, aber er