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8. (3. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres.
hatte nicht vom Vater alle die Feindschaften geerbt, die den Kaiser verfolgt hatten. Hier war Ludwig der Altere der rechte Erbe seines Vaters“.
Die Frage, wer die Gemahlinnen Ludwig des Römers gewesen, welche wegen der bekannten angeblichen Grabinschrift in der Klosterkirche zu Berlin*) uns besonders interessiert, wird von Dr. Gerstenberg ebenfalls erwogen. Er entscheidet sich dahin, dass Ludwig der Römer in 1. Ehe mit Kunigunde von Polen, in 2. Ehe mit Ingeborg Tochter Herzog Albrechts von Mecklenburg vermählt gewesen ist.
Ob Ludwig der Römer in Rom geboren oder nur — 1330 — auf der Fahrt nach Rom geboren sei, lässt G. (S. 22) unentschieden.
Die mit vollem wissenschaftlichen Apparat 'sorgfältig und kritisch ausgestattete Schrift wird von allen Forschern unserer Heimat willkommen geheissen werden.
XXVIII. Konrad Weidling: Die Haude und Spenersche
Buchhandlung in Berlin in den Jahren 1614—18510. Berlin 15)02. VI f 81 S. gr. 8. Johann Sigismund erteilte am 10. Mai 1614 den Brüdern Hans und Samuel Kalle ein Privileg zur Errichtung einer Buchhandlung, einer spezifisch'reformierteil, während der erste und älteste berlinische Buchhändler, der am 18. Oktober 155)4 privilegierte Hans Werner auf seiten der Lutherischen stand. Hans Kalle verkaufte an Rupert Völcker (1650—165)7), dieser vererbte auf seinen Sohn Johann Völcker (1607—1700), der 1700 an Johann Christoph Papen veräusserte. Von diesem erkaufte Ambrosius Haude 1723 die Firma. Nach Haudes Tode ging die Buchhandlung nebst der inzwischen begründeten bekannten Zeitung in den Besitz seiner Witwe Susanne Eleonore Haude über, die alsbald ihren Bruder, den seit 1735? privilegierten Buchhändler Johann Carl Spener als Teilhaber in die von nun an „Haude und Spener“ zeichnende Handlung aufuahm. Das sind die Anfänge der berühmten Firma, die neben der Nicolaischen Buchhandlung wohl genannt zu werden verdient.
Herr Dr. K. Weidling hat es verstanden, überall hinter dein Persönlichen das allgemeine Geschichtliche, soweit es die Firma berührt, gewissermassen als Folie in die Erscheinung treten zu lassen, wodurch die saubere, überaus fleissige Darstellung einen erheblichen ortsgeschichtlichen Wert erhält. Es sei vergönnt, wenigstens einen Abschnitt anzuführen, der sich auf Friedrichs des Grossen Beziehungen zu dein damaligen Chef des Hauses, Ambrosius Haude, erstreckt.
*) Anno Dn. MCCCLVII obiit Inelyta dna, D. Conegundis, uxor magnifici prin- cipis Dni. Ludovici Romani antedicti, filia quoque Serenissimi Regis Cracoviae, sub altari bic inferius apud Dominum et maritum suum honorifice tradita sepulturae. Vgl. H. Pieper: Das Grab Ludwig des Römers. Brandenburgia VI. S 235—210. •,