Kleine Mitteilungen
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zieht man Murmeln, Bälle und ähnliche Dinge hervor. Daneben benutzt man Eisenstücke, die man an eine Schnur bindet und an einer Seite dick mit Pech bestreicht. Statt des Pechs wird natürlich gewöhnlich dicke Wagenschmiere benutzt. Das Eisenstückchen wird hinunter gelassen bis es das Fundobjekt berührt und daran festhält. So werden Münzen empor befördert.
4) Die Leute, welche auf den Strassen den Schmutz zusammenschieben, werden „Kompo ttschie ber“ genannt.
5) Die Burschen der Strassenreinigung tragen an ihrer Mütze die
Buchstaben B. S. R. (Berliner Strassen-Reiniger); das soll nach Ansicht von Bewohnern der Pankstrasse heissen: „Bube, sei
reinlich“.
6) Klapphorn-Reime.
Ketel liest, Ketel liest,
' Wo Du nicht bist,
Da liegt ein Haufen P ferdemis t.
Mit diesem Reim verspottet man die Leute7"\velche den Pferde- etc. Mist von der Strasse entfernen.
7) Der Schutzmann heisst:
Blaukopf,
Blechkopf,
ein „Heimlicher“.
8) Alten Schutzleuten und solchen Personen, welche auf der Strasse Ungehörigkeiten rügen, ruft der Mob nach
Sa uerkoh l! Sauerkohl!
(Gehört in der Rügener Strasse und am Nettelbeck-Platz.)
Ueber den Steinbeil-Kultus in unserm Volk teilen wir folgendes Citat mit.
Mehr Wichtigkeit wurde im Volke von jeher dem Funde eines Steinbeils oder Steinmeisseis beigelegt, da man in diesen neolithischen Erzeugnissen während eines Gewitters vom Himmel gefallene Steine sah, die zu Heilzwecken aller Art diensam wären. Dieser Glaube lässt sich durch das ganze Mittelalter bis in unsere Zeit nachweisen. Man nannte diese Steine „Donnersteine“ oder „Donnerkeile“. In einem Lied Wolframs von Eschenbach heisst es von dem harten Herzen der Geliebten:
Ein vlins von donrestralen möcht’ ich z’ allen malen
han erbeten, daz im der herte entwiche ein teil.
Und in Shakespeare’s Sturm ist noch die Rede von einem „Donnerkeil“, der den (vermeintlich toten) Caliban während des Gewitters erschlagen haben sollte. E. Fr.
Der „Lucksche Bum s“. In den Kellerräumen des Luckauer Rathauses befindet "sich unter dem Magistratssitzungszimmer, dem Bureau und der Kämmerei auf der Westseite seit ungefähr fünfzig Jahren ein Restaurations-