Heft 
(1902) 11
Seite
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Kleine Mitteilungen

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zieht man Murmeln, Bälle und ähnliche Dinge hervor. Daneben be­nutzt man Eisenstücke, die man an eine Schnur bindet und an einer Seite dick mit Pech bestreicht. Statt des Pechs wird natürlich gewöhnlich dicke Wagenschmiere benutzt. Das Eisenstückchen wird hinunter gelassen bis es das Fundobjekt berührt und daran festhält. So werden Münzen empor befördert.

4) Die Leute, welche auf den Strassen den Schmutz zusammenschieben, werdenKompo ttschie ber genannt.

5) Die Burschen der Strassenreinigung tragen an ihrer Mütze die

Buchstaben B. S. R. (Berliner Strassen-Reiniger); das soll nach An­sicht von Bewohnern der Pankstrasse heissen:Bube, sei

reinlich.

6) Klapphorn-Reime.

Ketel liest, Ketel liest,

' Wo Du nicht bist,

Da liegt ein Haufen P ferdemis t.

Mit diesem Reim verspottet man die Leute7"\velche den Pferde- etc. Mist von der Strasse entfernen.

7) Der Schutzmann heisst:

Blaukopf,

Blechkopf,

einHeimlicher.

8) Alten Schutzleuten und solchen Personen, welche auf der Strasse Ungehörigkeiten rügen, ruft der Mob nach

Sa uerkoh l! Sauerkohl!

(Gehört in der Rügener Strasse und am Nettelbeck-Platz.)

Ueber den Steinbeil-Kultus in unserm Volk teilen wir folgendes Citat mit.

Mehr Wichtigkeit wurde im Volke von jeher dem Funde eines Stein­beils oder Steinmeisseis beigelegt, da man in diesen neolithischen Erzeug­nissen während eines Gewitters vom Himmel gefallene Steine sah, die zu Heilzwecken aller Art diensam wären. Dieser Glaube lässt sich durch das ganze Mittelalter bis in unsere Zeit nachweisen. Man nannte diese Steine Donnersteine oderDonnerkeile. In einem Lied Wolframs von Eschen­bach heisst es von dem harten Herzen der Geliebten:

Ein vlins von donrestralen möcht ich z allen malen

han erbeten, daz im der herte entwiche ein teil.

Und in Shakespeares Sturm ist noch die Rede von einemDonnerkeil, der den (vermeintlich toten) Caliban während des Gewitters erschlagen haben sollte. E. Fr.

DerLucksche Bum s. In den Kellerräumen des Luckauer Rat­hauses befindet "sich unter dem Magistratssitzungszimmer, dem Bureau und der Kämmerei auf der Westseite seit ungefähr fünfzig Jahren ein Restaurations-