14. ((i. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres.
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gegen die Wenden) gehabt haben. Vor der Affaire soll dieser Bischof seinem Armee-Korps an diesem Steine das heilige Abendmahl gegeben haben. — ln alten Akten habe ich gelesen, dass unweit des Steines daselbst Spiesse, Armbrüste, Schwerter und Menschenknochen gefunden worden sind. Aus meiner Kindheit weiss ich mich noch zu erinnern, dass meinem seligen Vater ein grosser eiserner verrosteter Schlüssel von ungefähr ein, ich möchte bald sagen, ein und einhalb Fuss Länge aus dieser Gegend gebracht wurde; wo der Schlüssel hingekommen ist, kann ich nicht angeben. Auch habe ich in einem alten Schriftstücke gefunden, „dass ein Bischof, welcher nicht weiter konnte, gestorben und unter diesem Stein begraben sein soll.“ — E. Friedei: Der Bischofstein und das Urnenfeld bei Niemegk. Bär. III. S. 211—235 und 221 und 222. 1590 sind kurhessische und kursächsische
Truppen bei Niemegk zu einem Hülfsheer vereinigt, um die protestantischen Franzosen — Heinrich III. war durch den Fanatiker Jaques Clemens 1589 ermordet worden — zu unterstützen. Möglich, dass damals am Bischofstein Feldgottesdienst gehalten und der alte heidnische Opferstein durch Ein- meisseln von Kreuz und Kelch zum Altar geweiht worden ist. Übrigens scheint uns das schlichte Kreuz älter, das Johanniterkreuz und der Kelch jünger zu sein.
Unserin verehrten Mitgliede Herrn Steinhardt danke ich verbindlichst für die grosse Mühe, die er sicli mit der Aufnahme und Beschreibung der (i grossen Geschiebeblöcke in der Umgegend von Treuenbrietzeu gegeben. Möchte dieses Beispiel doch zur Beschreibung und Aufzeichnung aller übrigen ähnlichen Blöcke unserer Heimat als der augenfälligsten Zeichen der Vereisung und Vergletscherung recht bald führen. Ich gestatte mir, dazu hiermit aufzufordern, das Märkische Museum wird die diesbezüglichen Berichte gern sammeln und veröffentlichen.
Für das Archiv des Märkischen Museums hat Herr Steinhardt noch Skizzen der örtlichen Lage der Riesensteine gegeben. Diese Aufzeichnungen werden im Faszikel „Geologie“ verwahrt.
Vorstehend gebe ich die Abbildungen der Steine nach Photographien wieder, welche u. M. Herr Ur, Reichhelm in Treuenbrietzen auf- genommen und freundlichst zur Verfügung gestellt hat.
Herr Dr. Reichhelm hat diese grösseren Photographien auf einer einzigen Ansichtspostkarte, die ich Ihnen — vergl. S. 278 — am 24. September v. J. vorlegte, selbstredend in sehr verkleinertem Massstab vereinigt.
Herr Steinhardt hat ferner Mundstücke von allen diesen Steinen dem Märkischen Museum verehrt (vergl. Katalog A. I. Nr. 7141—8) und dieselben von einem Fachmann untersuchen lassen. Derselbe urteilt, dass sie wahrscheinlich schwedischen Ursprungs seien. Die sämtlichen Proben ergaben Granit, der zwar nach dem Mischungsverhältnis der Bestandteile: Feldspat (Orthoclas), Quarz und Glimmer etwas verschieden