Heft 
(1903) 12
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Karl Poetters, Pie Wünschelrute.

XXV11I. Herr Dr. Max Fiebelkorn: Ton mul Tonprodukte der Mark Brandenburg mit besonderer Berücksichtigung des Portland­zementes. Wir hoffen den Vortrag in erweiterter Form in einem der nächsten Hefte bringen zu können.

XXIX. Nach der Sitzung fand im Ratskeller ein altberlinisches Fischessen statt, für dessen Zubereitung unser Mitglied Herr Ferdinand Kretschmar in altbewährter Weise die Fürsorge übernommen hatte, und das zur Zufriedenheit aller Teilnehmer ausliel.

Die Wünschelrute.

In der No. 585 vom 14. Dezember 1902 bringt die Tägliche Rund­schau eine Notiz:Fine Ehrenrettung der Wünschelrute durch den

Landrat von Bülow-Bothkamp. Iu der Notiz wird gesagt, dass der Herr Landrat mit der besonderen Gabe ausgestattet sei, mit der Wünschel­rute in der Hand unterirdische Wasserläufe anzuzeigen. Der Herr Landrat, der die unterirdischen Quellen mit elektrischen Erscheinungen in Ver­bindung bringt, will gefunden haben, dass der Blitz immer in die unter­irdischen Wasserläufe einschlage. Seine Theorie über den Gebrauch der Wünschelrute soll der Herr Landrat in einem Briefe, den die Frankf. Zeitung der WochenschriftPrometheus (Herausgeber Prof. Dr. Otto N. Witt, Verlag von Rudolf Mückeuberger in Berlin) entnimmt, dargelegt haben.

Nach dieser Zeitungnotiz schreibt Herr von Bülow folgendes:

Von dem Herrn Landrat des Kreises Apenrade wurde ich vor einigen Monaten in das Geheimnis des Wasserfindens, d. h. des Quell- wasserfindens mit der sogenannten Wünschelrute, einer frischen Zweig­gabel, eingeweiht. Auch bei mir reagierte die Zweiggabel, mochte sie von Linden, Weiden, Buchen, Haselnusssträuchern, Ahorn, Faulbaum u. s. w. stammen, auf die unterirdischen fliessenden Wasseradern in der Weise, dass sie direkt über denselben gegen meinen Willen mit unwider­stehlicher Gewalt nach oben, bei starken Quellen bis zum Radschlagen, durchgebogen wurde. Trockene Zweiggabeln und solche aus sprödem Holz, wie z. B. von Erlen, brechen über starken Quellläufen einfach ab. Merkwürdig ist es, dass die Zweiggabel sich bei manchen Menschen mit derselben Gewalt nach unten biegt. Die vorbezeiclinete Wirkung tritt bei mir nicht nur ein, wenn ich zu Fuss bin, sondern auch auf der Wagenfahrt und sogar im D-Zuge, sobald ich eine Wasserader recht-