Heft 
(1903) 12
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17. (8. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres.

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Beeke, Spree und Havel liegenden Durchgangsgebiet durch Anlage des einstigen Kastrmns Teltow. Ist es numismatisch erwiesen, dass es im 12. Jahrhundert einen Jakzo de Copenic gab, dessen Herrschaft sich über den nördlichen Teltow erstreckte, so haben wir in den gewiss noch nicht ausgerotteten Resten der dortigen Wendenbevölkerung den Feind zu sehen, gegen den die Burg Teltow errichtet ward. Es ist derselbe Feind, dessen etwaigen Angriffen die auf dem linken Nutheufer gelegenen Kastra, Saarmund und dieNeue Burg bei Drewitz zu widerstehen hatten. Doch wird man an diesen Übergangspunkten über die Nuthe alsbald von der Defensive zur Offensive übergegangen sein. Wenigstens ist Saar- mund, das nach seiner topographischen Lage durchaus zur Zauche ge­hört, die einzige mir bekannte Burg, die mit Einkünften sowohl dies­seits als jenseits der zu schützenden Grenzlinie ausgestattet erscheint. Die ungezwungenste Erklärung liegt wohl in der Annahme, dass wesent­lich von Saarmund ans der nördliche Teltow in askanischen Besitz überführt worden ist und dass zum Lohn dafür durch Teltowsche Gefälle die Dotation des Kastrums vermehrt worden ist.

Überdies hatte Saarmund noch eine zweite Aufgabe zu erfüllen und einem anderen Feinde zu wehren. Zu den erbittertsten Gegnern der Askanier gehörten die Erzbischöfe von Magdeburg, mit denen Otto II., Al brecht II. und dessen Söhne und Enkel oftmals in ärgerliche Fehden verstrickt wurden. Das magdeburgische Land Jüterbog-Luckenwalde aber erstreckte sich zwischen Nuthe und Nieplitz, zwischen Zauche und Teltow nordwärts bis Blankensee. Wie Saarmund von Norden, Beelitz und Brietzen von Westen, so hatten Beuthen und Trebbin von Osten, letzteres auch nach Süden hin den Erzbischof in Schach zu halten. Alle diese Burgen dienen ein und demselben antimagdeburgischen Zweck und sämtlich sperren sie die Übergänge aus dem Territorium Jüterbog- Luckenwalde ins Brandenburgische. Da Trebbin 1215 erwähnt wird, so muss die Anlage der im Teltow liegenden Nuthebefestigungen spätestens unter Albrecht II. erfolgt sein. Schon Kaiser Heinrich "V. hatte Schloss und Land Lebus an Magdeburg verschenkt und die Nachfolger Wichmanns gaben sich offenbar der Hoffnung hin, diesen Besitz doch noch für sich zu erlangen. Der nördliche Teltow aber bildete die Brücke von Jüterbog- Luckenwalde nach Lebus. Hieraus erklärt sich die Häufung der askanischen Befestigungen gerade im Teltow und die Burglehen der Kastra Trebbin und Beuthen lassen keinen Zweifel, dass sie einen Feind zu bekämpfen hatten, der von Süden und Westen her kam.

Eine andere Bedeutung haben die im östlichen Teltow geschaffenen Blugen Wusterhausen und Mittenwalde. Sie wenden sich gegen die Front der Niederlausitz, ja das Gebiet, auf dem sie liegen, wird bis Coepnick von Heinrich dem Erlauchten als zu seinem Lande gehörig noch 1235 in Anspruch genommen, wie auch der Bischof von Meissen