Heft 
(1903) 12
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19. (9. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres.

C. Kulturgeschichtliches.

X. Dr. Gustav Albrecht: Bilder aus der märkischen Ver­gangenheit.

Ich habe schon früher auf diese wertvollen Beiträge, welche u. M. in der Frankfurter Oderzeitung veröffentlicht, in der Brandeuburgia hinge wiesen.

Jetzt liegen vor die Nr. 23 (die Erwerbung des Barnim und Teltow und ihre Folgen), Nr. 24 (Ausdehnung der markgräflichen Macht bis in das Gebiet der Oder) und Nr. 25 (die Cisterzienser in der Mark zur Askanierzeit) und handelt es sich darin hauptsächlich um das 13. Jahrhundert. Er giebt eine lichtvolle Darstellung in dunkler Zeit, die gerade zur rechten Zeit für uns kommt, wo wir erst am 25. v. M. den anregenden Vortrag von u. M. Herrn Pfarrer Passow:Vergessene märkische Grenzlinien in ihrer geschichtlichen Bedeutung hörten. Herr Passow stützte seine Darlegungen im wesentlichen auf die Verteilung von Wasser und Land und auf des letzteren Wegsamkeit und Zugänglichkeit im 12. und 13. Jahrhundert, also mit Eintritt und Aus­dehnung der Askanierherrschaft. Er stellte manches als Vermutung auf und über Vermutungen lässt sich ja streiten. Die Albrechtsche Dar­stellung hält sich dagegen strenger an die geschichtlichen Über­lieferungen, aus denen er zur Ergänzung in vorsichtiger Weise gelegent­lich Schlüsse zieht.

Ich möchte der orohydrographischen und der geschichtlichen Fortsetzung noch ein drittes Ilülfsmittel hinzufügen: die märkischen Limes-Forschungen. Die Burgstellen der vergessenen märkischen Grenzlinien müssen mit dem Spaten, ebenso vom archaeologisch ge­bildeten Architekten vor allem die Burgtrümmer genau untersucht werden, wie ich das seit Jahren auf den Pflegschaftsfahrten des Märkischen Museums nicht ohne Erfolg versucht habe. Vergl. hierzu die folg. No. XI.

XI. Robert Mielke: Schloss Grimnitz in der Mark. (Mit einem Lageplan.) No. 4 derDenkmalpflege vom 18. v. M. S. 2729.

Dies ist ein Baustein für die soeben erwähnte Märkische Limes-Forschung. Seit 1885 hat sich das Märkische Museum um die Erhaltung der alten Askauierburg am Grimnitzsee unweit Joachims­tal bemüht und dahin in den letzten Jahren mehrfach Pflegschaftsfahrten unternommen Das hauptsächliche Ergebnis der Untersuchung der Stelle, wo Otto IV.mit dem Pfeile dichtete und die Ilohenzollernfürsten der Renaissancezeit jagten, hat Mielke geschickt zusammen gefasst.

Insbesondere haben wir im vorigen Jahr die nützliche Negative festgestellt, dass das Amtshaus im Amt Grimnitz nicht dieNeue Kemenate Grimnitz sein kann. Jetzt aber muss der Spaten einsetzen, und es wäre sehr erwünscht, dass Allerliöcbsterseits recht bald der Be-