19. (9. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres.
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mit einer Löwenmaske auf der Brust, Ordensband und Mantel. Unter dem Armabschuitte: WERMUTII.
Rs. ORNAVIT • ET • AVXIT • POMOE-RYS • .EDIFICYS • CIVIBVS • ART1BVS • COMMERCYS-
Der Grundriss der Stadt mit dem „Spre-Flus“ und ihren beischriftlich bezeichneten fünf Stadtteilen: „Berlin, Cölln, Friderichswerde(r), üorothenstat, Friderichstat.“ Unten inmitten der Festungswerke. R • F- 1700* 65 mm. Silber. 116,7 g.
Diese Medaille giebt uns einen Stadtplan von Berlin (nordsüdlich orientiert) aus dem Jahre 1700, der die Stadt in einem etwas weiteren Entwickelungsstadium zeigt als die Pläne von la Yigne a. d. J. 1685 (bei Borrmann S. 145) und die Ansicht des Joh. Bernhard Schultz von 1688 (ebenda Plan II). Man erkennt, was zunächst die Befestigungen angeht, deutlich die 13 Bastionen der 1658 vom Grossen Kurfürsten angelegten Werke, aber auch einen Teil der Befestigungen der neuangelegten Friedrichstadt; von den beiden Spreearmen wird der rechte gleich unterhalb der noch heute erkennbaren hafenähnlichen Einfahrt von dem Mühlendamm, dann von der „Langen Brücke“ überbrückt, während auf dem linken folgende sieben Brücken zu zählen sind: 1. Inselbrücke, 2. Rossbrücke, 3. Gertraudenbrücke, 4. Jungfernbrücke, 5. Schleusenbrücke, 6. Hundsbrücke, (heute Schlossbrücke), 7. Pomeranzenbrücke. Über die Befestigungsgräben sodann führen auf der Berliner Seite die Spandauer- und die Georgentorbrücke, auf der Cöllnischen Seite die Köpenicker, Leipziger und Neustädtische Torbrücke. Von den Strassenzügen fallen besonders die geraden Linien der Königstrasse in „Berlin“, wo man auch die dem Laufe der Stadtmauer folgende heutige „Neue Friedrichstrasse“ beachten mag, und der Strasse Unter den Linden in der „Dorotheenstadt“ auf, während in der „Friedrichstadt“ der Lauf der Behrenstrasse durch den diesen Stadtteil von der Dorotheenstadt trennenden Wall und Graben bezeichnet wird; südlich davon kann man die Züge der Kanonier-, Friedrich-, Charlotten- und Markgrafenstrasse und die Querstrassen derselben bis zur Kochstrasse verfolgen.
An Kirchen und sonstigen hervorragenden Gebäuden ist in „Berlin“ die Marien-, Kloster-, Parochial- und die Nicolaikirche sowie (in der 2. Bastion rechts) der Iletzgarten, in „Cölln“ das Schloss mit der alten Schlosskirche (Dom), und die Petrikirche zu erkennen.
Das abgebildete Exemplar dieser Medaille ist nach Annahme des Königstitels, also trotz des Datums der Rückseite (17ÜÜ) erst im Jahre 1701 oder später, geprägt worden, während andere mit Vorderseiten vereinigt sind, die noch den Kurfürstentitel zeigen.
Das Exemplar, welches unserer Aufnahme zum Vorbild gedient hat, weist übrigens rechts eine kleine, hernach ausgebesserte Sternpelverletzung auf. Gütther S. 124 nr. 38.
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