Heft 
(1903) 12
Seite
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19. (9. ordentliche) Versammlung des XI. Vereinsjahres.

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Über der Leiste im Wasser rechts: R F Die Spree mit der Langen Brücke und dem Denkmale des Grossen Kurfürsten.

48 mm. Silber. 47,4 g.

Die Medaille stellt Neiings Entwurf für den steinernen Neubau der Langen Brücke von Süden aus gesehen dar, rechts und links von den Häuserreihen der Spreeufer eingefasst, links ist der alte Bau des Schlosses bemerkbar; die Brücke hat fünf Bogen, die 6 Vorpfeiler sind mit Meeres­gottheiten geziert; auf der Brücke erhebt sich das Denkmal des Grossen Kurfürsten, dessen Bau also schon gleichzeitig mit dem Brückenbau be­schlossen war, und ferner noch Postamente auf der Brustwehr mit Bild­werken von Göttern und Göttinnen. Die Meergötter auf den Vorpfeilern sind später entfernt worden, die Bildwerke auf der Brustwehr über­haupt nicht zur Ausführung gekommen, und die ganze Brücke bekannt­lich vor einigen Jahren durch eine neue, dreibogige ersetzt worden.

Vor Neriugs i. J. 1694 dem Verkehr übergebenen Steinbau, dem der ponte triumpliali in Rom (wohl die Engelsbrücke) zum Vorbild ge­dient haben soll, stand an dieser Stelle bereits seit dem 13. Jh. eine llolzbrücke, auf der bis 1514 das gemeinsame Rathaus von Berlin und Cölln (seit Trennung beider Städte 1442 Sitz des Hofgerichts) stand; diese Brücke war häufig ausbesserungs- und erneuerungsbedürftig, erst 1660 war der Holzbau vollständig erneuert worden, um endlich 1692 dem steinernen Neubau Platz zu machen.

Auf der Rückseite beziehen sich die Worte medio bello auf die Teilnahme Friedrichs III am Türkenkriege (16821699) und am Reichs­kriege gegen Frankreich (16881697); doch mutet der Ausdruck etwas rhetorisch an, da Brandenburg selbst durch keinen dieser Kriege wirklich bedroht und nur mit einem Hilfskorps beteiligt war. Zudem zog gerade in diesem Jahre der Kurfürst seine Truppen aus Ungarn zurück, wo sie im Vorjahre in der Schlacht bei Szlankamen (19. VIII 1691) mit besonderer Auszeichnung gefochten hatten.

Die Vorderseite unserer Medaille stammt aus demselben Stempel wie die der Medaille auf den Neubau der Schleuse.

Gütther S. 50 nr. 28.

Spiess Bd. III S. 208 ff.

Bormann Taf. XXVIII, 1 vgl. S. 390 f.

Menadier S. 62 nr. 198 Tafel 24.

4. Auf den Neubau des Schlosses. 1704.

Vs. FR1DERICVS I D G REX BORVSS

Das belorbeerte Brustbild des Königs nach rechts im Harnische mit einer Löwenmaske a. d. Brust, Ordensband und Mantel.

Unter dem Armabschnitte: WERMUTH.

Rs. FR1DER1CO REGI BORVSSDE RESTAVRATORI REGIAE BE- ROLINENSIS PIO IVSTO FELICI OPT . PRINCIPI ARTIVMQUE LIBE-

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