Heft 
(1903) 12
Seite
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19. (9. ordentliche) Versammlung des Xl.yVereinsjahres.

RALTUM STATORI. An der Leiste unten INSTAURANTE SCHLÜTERO ARCIIITECT DIRECTORE Unten CHRISTIAN VVERMVTII . A MDCCIV

Das Königliche Schloss.

63 mm.'Silber. T 131,7 g.

Die von Friedrich II nach mehrfachem Streite mit den Berlinern endlich 1451 bezogene Burg war unter Joachim 11 und seinen Nach­folgern [durch [Erweiterungen und Umbauten zu einem ansehnlichen Schlosse herangewachsen, das aber im 30 jährigen Kriege arg im Ver­fall geriet und von Friedrich Wilhelm umfassenden Wiederherstellungs­arbeiten unterzögen wurde. Seinem Sohne war es Vorbehalten, einen gänzlichen Neubau vorzunehmen, der 1698 unter Leitung Schlüters be­gonnen ward; an seine Stelle trat 1707 Eosander, dieser wieder wurde 1714 durch Böhme ersetzt, der das Werk 1716 zu Ende führte. Diese Personalveränderungen und andere Umstände brachten eine gänzliche Umgestaltung der Baupläne mit sich, man darf wohl sagen, durchaus zum Schaden der architektonischen Wirkung des Ganzen. Unsere Medaille zeigt nun, wie schon ihr Datum sagt, nicht den tatsächlich zustande gebrachten Bau, sondern Schlüters Entwurf für die Gesamt­anlage, der alle früheren Bauten zum Opfer fallen sollten.

Der Entwurf ist auch in einer von Schenk nachgestochenen Blesen- dorfschen Zeichnung erhalten (Borrmanu S. 267). Er stellt den Entwurf zu dem heutigen Ostflügel um den II. Hof herum, von Süden, d. h. vom Schlossplätze gesehen, dar. Rechts ist der Bau einschliesslich des ge­waltigen turmartigen Aufbaues nicht zur Ausführung gekommen, viel­mehr sind die alten Gebäude des 16. Jh. stehen geblieben, doch von dem rundenEckturm an die 5 Fenster Front, das viersäulige Portal (heute Portal I) undjjwiederum 5 Fenster Front sind tatsächlich der heutige Bau. Erst von dem runden Turme links an ist der Entwurf durch den Ausbau des Westflügels geändert worden, von dem man hier nur einen Ansatz der Lustgartenfront erblickt, während vorn nach dem Schloss­platz zu ein Tor die niedrige Umfassung des heutigen I. Hofes unter­bricht.

Die} Vorderseite der hier abgebildeten Medaille ist mit demselben Stempel geprägt wie die mit dem Stadtplan, andere Exemplare sind mit einer abweichenden Vorderseite gekoppelt.

Gütther S.5-220 nr. 71.

Borrmann Taf. XXVIII, 6 vgl. S. 258 ff.

Menadier S. 66 nr. 215 Tafel 27 (mit anderer Vorderseite).

5. Auf den Neubau der Schleuse 1694.

Vs. FRIDER III D G M BRAND . S R I A . C ET ELECT

Das Brustbild des Kurfürsten nach rechts im Harnische und Mantel mit Ordensband.