Kleine Mitteilungen.
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versehen lassen. Dessen sind Zeugen Johannes und Günther, Gebrüder von Geylnow, unsere Kitter, Heinrich von Vockenrode, Johannes, der Protonotar unserer Kanzlei und andere glaubwürdige Leute.
Gegeben und verhandelt zu Guben im Jahre des Herrn 1302 am Vorabend des St. Andreastages.
bann cs et Guntherus Fratres de Gey ln owe liquiricia'nostri Milites lleinricus de Vockenrode, Johannes prothonotarius nostre Curie et alii quampluriini fide digni.
Datum et actum Gubyn anno domini M« CCC° secundo In vigilia beati Andree Apostoli.
Die Urkunde ist auf Pergament geschrieben und wegen ihrer Schadhaftigkeit bereits in früherer Zeit auf eine Pergamentunterlage aufgeklebt worden. An der Urkunde befindet sich noch das grosse Originalsiege], das das Reiterbild des Landgrafen Dietrich mtt Fahne und Wappenschild — auf diesem ein springender Löwe — zeigt. Die Urkunde von der auch Worbs im Inventarium diplomaticum Lusatiae inferioris (Lübben 1834) auf S. 118 unter No. 324 einen Auszug in deutscher Sprache giebt und die Klöden, Beitrüge zur Gesell, des Oderhandels 3. Stück S. 14 erwähnt — beide nach Wilkens Abdruck — war im Orginal nicht mehr bekannt, bis Oberpfarrer Krüger sie beim genauen Durchsuchen der Stadtakten von Lieberose auffand und in einer Übersetzung*) in seiner genannten Schrift (S. 13 ff) mitteilte.
Dr. Gustav Albrecht.
Kleine Mitteilungen.
Vom Liepnitz-See bei Bernau. (Mitgeteilt durch Herrn Rektor Otto Monke).
1) Heilkräftige Wirkung des Wassers. Ein alter Mann aus Bernau Namens Iv., den ich heut in der Bernauer Stadtheide traf, teilte mir mit, er wandere wöchentlich zweimal nach dem Liepnitzsee und wate dann bis zum Knie ins Wasser. Er habe nämlich einen Schaden am Bein, eine Wunde am Schienbein, die immer wieder aufbreche. Es sei ja „allgemein bekannt“, dass das Wasser des Liepnitzsees heile; denn es fliesse. Im Sommer, wenn er seine Kur längere Zeit fortsetzen könne, heile die Wunde, im Winter breche sie aber stets wieder auf.
Natürlich hat der Mann Recht; denn wenn er sich aut diese Weise wöchentlich zweimal die Ftisse wäscht, so ist das gesunder, als wenn er es überhaupt nicht täte, und im Winter mag wohl Vater K. kein Wässerlein trüben. Der Marsch wird vielleicht auch das Seinige dabei tun.
*) Nach Abschluss dieses Berichts geht mir das 7. und 8. Heft des 7. Bandes der „Niederlausitzer Mitteilungen" (Guben 1903) zu, in dem Oberpfarrer Krüger auf S. 326—328 einen genauen Abdruck der Orginalurkunde mit sämtlichen Abkürzungen des Textes gegeben hat.