Heft 
(1903) 12
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2. (2. ausserordentliche) Versammlung des XII. Vereinsjahres.

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Institut in der jetzigen Lage immer noch dauernden besonderen Wert besitzen, sobald es nur gelingt, den schlimmsten Feind der astrono­mischen Beobachtungen, zugleich einen sehr schlimmen Feind der Luftreinheit und des hellen Tageslichtes für uns alle, nämlich den Schornsteiurauch, gehörig einzuschränken durch Einrichtungen, deren Durchführbarkeit und hohe Zweckmässigkeit jetzt völlig erwiesen ist. Schliesslich fand eine zwanglose Zusammenkunft der Teilnehmer in der nahe belegeuenSchlaraffia am Encke-Platz Nr. 2 statt.

A. F.

2. (2. ausserordentliche) Versammlung des XII. Vereinsjahres.

Mittwoch, den 8. April 1903, Nachm. 4 Uhr. Besichtigung der geologisch-palaeontologischen Sammlung des Kgl. Museums für Naturkunde.

Unter der ebenso sachkundigen als liebenswürdigen Führung des Herrn Museums-Assistenten Dr. Friedrich Solger nahm am Mittwoch in der Osterwoche eine ausserordentlich grosse Zahl von Mitgliedern, wo­runter die Damen überwogen, Kenntnis von den reichen Sammlungen des Museums für Naturkunde auf dem Gebiet der Urgeschichte unseres Planeten. Auch für die Erdgeschichte haben deren Geschichtsschreiber eine Einteilung getroffen, analog der Menschheitsgeschichte. Sie unter­scheiden eine vorgeschichtliche Zeit, ein Altertum, ein Mittelalter, eine neue und eine neueste Zeit. Wie das zu verstehen und in Einklang mit der entsprechenden Einteilung der Menschheitsgeschichte zu bringen ist, wird klar, wenn man sich vergegenwärtigt, dass dieneueste Erd­geschichte abschliesst in ihrem ersten Teil mit dem Erscheinen des Menschen auf der Erde und den ältesten Spuren seines Daseins, während der zweite Teil diejenigen verhältnismässig geringen Änderungen der Erdbildung umfasst, deren Zeugen Menschen gewesen sind und noch sind. Dieneueste Erdgeschichte fällt somit zeitlich nahezu mit der gesamten Menschheitsgeschichte zusammen, die, verglichen mit dem hohen Alter unseres Planeten, ja einer sehr kurzen Spanne Zeit entspricht. Dieälteste Periode der Erdgeschichte aber steigt hinauf bis in die ferne Zeit, da die Erde noch ein feurig-flüssiger, allmählich erkaltender Ball war, auf dessen aus Urgestein sich bildender Oberfläche erst sehr langsam und in dem Grade, als sie erkaltete, das Feste sich vom Flüssigen