12. (8. ausserordentliche) Versammlung des XII. Vereinsjahres.
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Brunnen-Direktionen, Charlottenstr. 66, Inhaber 0. 0. Heyl. Gegenwärtig zeigt diese Firma sich an: natürliche Mineralwasser und Quellprodukte. Ebendaselbst. Inhaber Witwe C. J. (Anna) Heyl und Hans Kauffmann. Dieser Mineralwasservertrieb ist meinerseits nur geschichtlich erwähnt, er scheidet im übrigen für unsere Versammlung heute völlig aus.
Der Enkel jenes Fridericianischen Kaufherrn, der Fabrikant Ernst Eduard Heyl, fügte dem kaufmännischen Betriebe, dessen Niedei’lagen sich in der Charlottenstr. 51 und Leipziger Str. 75 befanden, noch eine erhebliche gewerkliche Tätigkeit hinzu, indem er mannigfaltige Lackfarben, vornehmlich feine Maler- und gewöhnlichere Anstrichfarben nach eigenen bewährten Untersuchungen herzustellen begann, was bald mit steigendem Erfolge geschah. Das ist die i. J. 1833 begründete Firma Gebr. Ileyl & Co.
Meine persönlichen Erinnerungen als alter Berliner bezüglich dieser hochansehnlichen Familie gehen bis in das Jahr 1848 zurück, wo ich mit den beiden Söhnen des Hauses, Georg und Hermann Heyl, das Friedrich VVerdersche Gymnasium besuchte, speziell als Quartaner und Tertianer mit dem Letztgenannten in derselben Schulklasse sass, auch mehrfach sein elterliches Haus in der Charlottenstrasse besuchte. Dies waren die Söhne von Ernst Eduard Heyl. In das Geschäft trat der ältere Sohn Georg Friedrich Heyl ein, welcher bereits am 26. Oktober 1889 verstorben ist. Am 1. Januar 1895 wurde die Firma in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt, deren Inhaber der anwesende Herr Stücklen, der Onkel der Witwe Heyl Herr Carl Crüsemann und die ebengenaunte Dame Frau Kommerzienrat Hedwig Heyl geh. Crüsemann sind. Der jüngere Sohn von Ernst Eduard Hey], d. h. der vorgenannte Herr Hermann Heyl, ist Gerichts- Assessor a. D., ■ Direktor der Berlinischen Lebensversicherungs-Aktien- Gesellschaft und von den städtischen Behörden gewählter Beisitzer des Berliner Bezirksausschusses.
Zuletzt, aber nicht zum wenigsten, gestatten Sie mir, auch die langjährige gemeinnützige Tätigkeit der verehrten Frau Kommerzienrat Hedwig Heyl auch an dieser Stelle, wenn auch in gedrängtester Kürze, aufmerksam zu machen. Ich erwähne folgende Schriften der Dame: ABC der Küche, Krankenkost; Volkskochbuch für Schule, Haus und Mädchenheim, I. für den praktischen Gebrauch, II. für die Hand der Lehrerin, Säuglingspflege etc. — Auch der Frauenbewegung steht Frau Heyl nicht fern. So erscheint bei dem für den 12.—,18. Juni 1104 geplanten internationalen Frauenkongress Frau Heyl als Vertreterin der Ortsgruppe Berlin auf den bereits ausgegebenen Einladungen.
Zur allgemeinen Orientierung hat Herr Stücklen die Freundlichkeit gehabt, einen um 1899 verfassten Aufsatz über die hiesige Fabrik,