Heft 
(1903) 12
Seite
416
Einzelbild herunterladen

416

13. (5. ordentliche) Versammlung des XII. Vereinsjahres.

ein Markgraf von Brandenburg einst als Souverän über Ragusa geboten hat und ihm kein ungarisches sondern ein deutsches Marktwahrzeichen gestiftet hatte. Viel mehr als ein Kuriosum bedeutete freilich der Roland nie, denn schon fünf Jahre nach Sigismunds Tode sandten die vorsichtigen Ragusaner einen Tribut von 1000 Dukaten an den siegreichen Sultan Murad II.

XV. Alt-Oldenburg. Gesammelte Aufsätze zur Geschichte von Stadt und Land. Von Georg Sello. Mit 3 Vignetten, 2 Tafeln und 1 Stadtplan. Oldenburg und Leipzig. Schulzesche Hof-Buch­handlung 207 -f- IV Seiten 8.

Der genannte Rolandforscher bringt uns unter diesem Titel eine Reihe bedeutsamer Mitteilungen zur Deutschen Klein-Geschichte, die um so dankenswerter sind, da es wohl keine deutsche Landschaft gibt, von der man so wenig erfährt, wie aus jenem stillen nordwestlichen Winkel. Dies ist um so schwerer verständlich, als das umklammernde Ostfriesland einen regeren literarischen Aussenverkehr pflegt. Kloster Rastede. Der letzte Freiheitskampf der Fliesen zwischen Weser und Jade. Das Schloss zu Oldenburg. Wildeshausen. Aus der Ver­gangenheit von Stadt, Stift und Burg. Graf Anton Günthers grosser Lustgarten. Die Oldenburger im Türkenkriege 1664. Im Fluge durch den (oldenburgischen) Ammergau ins Jeverland. Cornelis Floris in Friedland. Die Burg zu Jever. Alles mit grosser arcliivalischer Genauigkeit und trotzdem frisch und anschaulich. Mögen diese ansprechenden Skizzen die Aufmerksamkeit der Nichtoldenburger auf unsere biederen Landsleute am Nordseestrand hinlenken. Land und Leute bieten Ansprechendes in Fülle.

XVI. Alexander Giertz: Bausteine zu einer Geschichte des Barnim sowie seiner Dörfer Petershagen und Eggersdorf. Chronik nach den Quellen. III. Teil. Nachbarorte. 1903. In der Sitzung vom 23. September 1903 habe ich den II. Teil vorgelegt und wiederhole alles Rühmliche auch für diesen Schlussband des fleissigen Sammelwerks unseres verehrten Mitgliedes. Es folgt nun in Bälde der erste Band, die Zusammenfassung und Verarbeitung der Materialien­bände II und III umfassend.

XVII. Über deutsche Denkmalpflege hat W. D. Caroe in der Architektural Association zu London ein herbes Urteil gefällt.

Caroe nimmt in England eine Mittelstellung zwischen den beiden Parteien ein, die dort in der Frage der Denkmalerhaltung sich gegen­überstehen. Daher wendete er sich gegen die Grundsätze der Society for the protection of ancient buildings, die jedes Berühren alter Bauwerke verbieten will, und suchte nach einem gangbaren Mittelweg, indem er namentlich den Zweck der einzelnen Bauten unterschied und in sehr verständiger Weise darauf hinwies, dass es eine andere Behandlung bedinge, wenn ein altes Bauwerk noch dem Zweck diene,