Heft 
(1908) 17
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Kleine Mitteilungen.

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sich neben den Jagdgeräten für die Wale, Barten Schildpatt und Perlen, Muschelkästen, Bernstein, Tran, Guano etc.

Die Galerie führt dann wieder zur Straßenfront zurück, und in dem Eckraum sind nun noch die verschiedenen Arten der Meeresfischerei in Modellen zur Darstellung gebracht, wie die Fischerei mit dem Grund­schleppnetz, die Heringsfischerei mit den Treibnetzen, der Schellfischfang mit Langleinen, der Fischfang mit Reusen usw. An der Decke und den Wänden hängen Netze bezw. Fischereigerätschaften, darunter auch solche, die verboten sind.

Nach Beendigung der Besichtigung gegen 6 Uhr zwanglose Zu­sammenkunft im Restaurant Ascbinger, Ecke Georgen- und Friedrich­straße.

Kleine Mitteilungen.

DerJäckedanz bei Arensdorf, Kreis Lebus, ein Beitrag zur Namenserklärung. Die volkstümliche Deutung dieses auffälligen Flurnamens geht aus von der Bedeutung des Wortes Jäck=Ärger, Schabernack, Possen und erklärt den Jäckedanz für einen Tanzplatz, auf welchem die Burschen und Mädchen zusammengekommen seien, um gegen das Verbot der Alten, diesen zum Jäck oder Ärger wilde Tänze aufzuführen. Die Berechtigung des Verbotes und die Unschicklichkeit der Übertretung wird in der Volks­sage besonders durch die Angabe hervorgehoben, die Stätte sei früher ein durch mehrere Steinkreise bezeichneter Heidenfriedhof gewesen. Diese sprachliche Erklärung hat in der Tat manches für sich; denn das Wort Jäck kommt in diesem oder in einem ähnlichen Sinne verschiedenfach vor (im Österreichischen: Gack=Tölpel, im Bayrischen: gacks=närriseh, im Schwedi­schen und Norwegischen: gäck, bezw. gjehk = Narr, Tor, im Dänischen heißt slaa gjäkken los soviel wie Unfug treiben) Verwandt ist auch unser hoch­deutschesGeck wie es beispielsweise Schiller im Fiesko (I. 10) gebraucht. Doch läßt sich dem Wort und damit auch der Sache noch ein tiefergehendes Interesse abgewinnen, wenn man gewisse Volksbräuche und volkstümliche Anschauungen ins Auge faßt, zu denen dasselbe vielleicht in Beziehung steht. Im alten Köln tanzte, wie Simrock berichtet, dasGeckenberntgen vor den Prozessionen her wie einst David vor der Bundeslade. Es trug an seinem Helm u. a. das Schmiedezeichen, den Hammer, welcher auf den Gott Donar hinweist, während die Silbebernt an Berat, Bernd, Hackelbärend, Bärend- Wodan erinnert. Bekanntlich heißt auch eine durch Steinkreise bezeichnete Stelle in der Schorfheide nordwestlich von JoachimsthalBärends Kirchhof. Wodan wird aber in einigen Gegenden geradezu Junker Jäkele genannt (Simrock, D. Mythologie). Jäkele wiederum ist die Koseform des Namens Jacob, und der Jacobitag fällt auf den 1. Mai, welcher der Walpurgisnacht folgt, in welcher die Hexen auf dem Blocksberg oder an anderen Hexen-