Heft 
(1908) 17
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3. (2. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

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licht werden. Aber auch trotzdem ist die Mitteilung, die wir u. M. Herrn Dr. Friedrich Solger verdanken, erwähnenswert.

VIII. Unser unermüdlich forschendes und findiges korresp. M. zu Brüssel, Herr Konservator August Rutot, hat die Ihnen vorgelegten vier kleineren archaeologischen bezw. geologischen Schriften ein­gereicht.

a) Un terrible Secret. In dieser feinironischen Veröffentlichung weist er die gegen die sogenannten Eolithe gerichteten unberechtigten Angriffe der Herren Mayet, Laville, Boule und insbesondere Obermaier zurück.

b) Sur lage des squelettes néolithique dObourg et de Strépy (1907). Über das Alter der Gerippe neusteinzeitlicher Arbeiten, welche systematisch die Flintlager ausbeuteten und dabei anscheinend in der Baugrube verunglückten.

c) 1. La poterie pendant lépoque troglodytique. 2- A propos des pseudoéolithes de Cromer. (Sitzung der vorgeschicht­lichen Gesellschaft von Frankreich, 26. Dez. 1907, Le Mans 1908). Schon vor Jahrzehnten machte der Direktor des Brüsseler Geol. Museums Eduard Dupont darauf aufmerksam, daß in den diluvialen Höhlen Töpfer­ware vorkam. Er bildete u. a. aus dem Trou du Frontal bei Furpooz eine Kugelamphore mit durchbohrten Henkelchen ab. Lange Zeit hielt man diese keramischen Spuren als späteren Zeiten angehörig. Jetzt weist Rutot nach, daß in einer ganzen Anzahl von belgischen Höhlen wohlstilisierte Gefäßreste Vorkommen, welche teils dem obern Aurignacien, teils dein mittleren Magdalenien angehören. Herr Dupont hat bei seinen Ausgrabungen vorsichtigerweise Schichtenprofile an Ort und Stelle stehen lassen, welche eine Nachprüfung in dem eben erwähnten stratigraphischen Sinne ermöglichten. Es ist übrigens sonderbar, daß gegen das Ende des Magdalenien und während des größeren Teils der Jungsteinzeit, wenigstens in Belgien, eine künstlerische Dekadenz in der Keramik zu beobachten ist. In der 2. Abteilung bekämpft Rutot die Einwendungen, welche Boule gegen die anthropologischen Beziehungen der Eolithe aus den bekannten palaeolithisclien Lagern von Cromer erhebt, indem er reine Meeresgerölle mit vom Wasser deformierten Eolithen und mit nicht- deformierten Eolithen in bekannter Manier unkritisch durcheinander mengt.

d) In dem Bulletin der Anthrop. Ges. zu Brüssel (Tome XXV, 1906, Brüssel 1907), bespricht Rutot mehrere Gegenstände, den Kongreß von Monaco, Schweinfurths palaeolithische Entdeckungen in Sizilien, in Tunis u. dgl.

IX. Professor Dr. Breslich: Veranstaltungen der Stadt Berlin zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unter­richts in den höheren Lehranstalten 1907 bis 1908. Ich stelle