Heft 
(1908) 17
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Beitrüge zum Berliner Schulwesen.

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bei dem Könige die Auflösung der Schule. Der Monarch lehnte diesen Antrag am 7. August 1836 mit dem Bemerken ab,daß die Schule eine landesherrliche Stiftung sei und die Zivilschulen Berlins dem Bedürfnis noch keineswegs entsprächen. Die Bitte des Gouverneurs, vom 15. Februar 1837, die vom Kriegsministerium angeordnete Veränderung nicht eiutreten zu lassen, wurde durch A. K. 0. vom 25. April 1837 abschlägig beschieden.

Mit der Ernennung des Generals von Müffling zum Gouverneur von Berlin 1838 begann für die Garnisonschule eine neue Epoche. Während bisher das Gouvernement für das unveränderte Fortbestehen der Garnisonschule eingetreten war, so suchte es jetzt ihre Auflösung zu beschleunigen. In einem Bericht vom 16. Mai 1838 gab es dem Kriegsministerium unter Hinweis auf die herrschenden Übelstände zu erwägen, ob es nicht zweckmäßig sei, sie aufzulösen und die Kinder den Zivilschulen zu überweisen. Am 26. Juli 1838 stellte das Kriegs- ministerium bei dem Könige den Antrag:1. Die Garnisonschule in eine Elementarschule umznwandeln, das Lehrpersonal aber solange bei­zubehalten, bis es durch später eintretenden Abgang von Lehrern mög­lich sein würde, dieselbe auf das wirkliche Bedürfnis zurückzuführen und 2. Die Zivilkinder von dem Besuch auszuschließen und die Lehrer für die Einbuße an Schulgeld zu entschädigen. Der König genehmigte durch A. K. 0. vom 6. August 1838 diesen Antrag und erhöhte den Zuschuß für die Schule von 546 TI. auf 800 TI. Mit dem 1. Januar 1839 wurde sie eine wirkliche Garnisonschule, aber auch zugleich eine Elementarschule, gleichzeitig wurde die Garnisonschulkommission von der Garnisonkirchenkommission inbezug auf Verwaltung und Kassen­führung getrennt.

Nach dem Tode des Rektors Sprengel wurde der Kandidat Ostmann zum Rektor berufen. Das Kriegsministerium wollte dem Kantor Breter die Leitung der Schule übertragen; das Gouvernementhielt bei den jetzt obwaltenden Verhältnissen die Wiederbesetzung der Rektorstelle durch einen Literatus wünschenswert, da dieser durch seine höhere wissenschaftliche Ausbildung einen größeren Einfluß auf die ganze Anstalt ausüben könne, als dies bei einem Lehrer der Fall sei, der nur die nötigen Schulkenntnisse besitze. Die Beschwerde des Kolla­borators Pensel,daß ihm ein junger Kandidat vorgezogen sei, blieb wirkungslos; der König bewilligte ihm eine Gratifikation von 50 TI. Aber der erhoffte Aufschwung unterblieb. Am 1. Dezember 1840 reichte der Gouverneur dem Kriegsministerium ein Pro memoria ein, in welchem er einen geschichtlichen Rückblick über die Schule gab und ihre Auf­lösung mit der Begründung forderte:

1. Die Lokalität dieser Schule ist für den Unterricht so ungünstig,

daß die Kinder in derselben nicht soviel wie in den günstiger gelegenen