Heft 
(1908) 17
Seite
363
Einzelbild herunterladen

Beitrage zum Berliner Schulwesen.

363

Die beigefügten Berichte mögen beweisen, welches Interesse man den anfblühenden Soldatenschulen zuwandte.

Bericht der Vossischen Zeitung vom 13. Juni 1786, 70. Stück, über die Prüfung der Soldatenkinder in der Pfuhlschen Regimentsschule: Den 9. d. M. des Vormittags ging in der hiesigen St. Sebastiankirche auf der Küllnischen Vorstadt die öffentliche Prüfung der Soldatenkinder vor sich, die in der beim Pfuhlschen Infanterie Regiment gestifteten Schulanstalt unterrichtet werden, zu welcher feierlichen Handlung der durch seinen thätigen Eifer für die zweckmäßige Bildung einer der wichtigsten Volksklassen so rühmlich sich auszeichnende Feldprediger dieses Regiments, Herr Mörschel, in einer lesenswürdigen kleinen Schrift: Über den Geist einer preußischen Militärschule die Beförderer und Freunde von Volksveredelung einige Tage zuvor eingeladen hatte. Die Kinder legten von ihrem Fleiße und von ihren glücklichen Fortschritten die besten Proben ab, die von den zahlreichen hohen und niedern An­wesenden mit Beifall und von vielen nicht ohne theilnehmende Rührung bemerkt wurden. Se. Exzellenz, der Herr Generalleutnant von Pfuhl, wohnten mit dem größten Theil der Offiziere des Regiments der Handlung vom Anfang bis zu Ende bei und geruhten, Sich selbst mit einigen Kindern aufs liebreichste zu unterhalten. Die Feierlichkeit wurde auch durch die Gegenwart des Königlichen Etats- und Kabinettsministers, Freiherrn von Herzberg, Exzellenz, glänzend gemacht. Von beiden diesen verehrungswürdigen Patrioten sind dem Herrn Feldprediger ansehnliche Geschenke für die fleißigen Kinder zugestellt worden. Möchte doch die Bekanntmachung eines so nützlichen Erziehungs­instituts auch an andern Orten viele edle Menschenfreunde zu einer glücklichen Nacheiferung erwecken.

Bericht der Vossischen Zeitung vom 26. Juni 1787, No. 76, über die Prüfung der Soldatenkinder in der Schule des Infanterieregiments von Pfuhl:Am 16. d. M. wurden in der Köllnischen Vorstadtkirche

die Kinder der Kasernenschule des Regiments von Pfuhl öffentlich ge­prüft. Es wohnten dieser Prüfung außer dem Chef und den mehrsten Herrn Offizieren des Regiments Ihre Königliche Hoheiten die Prinzen Heinrich und Ludwig von Preußen, Söhne Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Ferdinand von Preußen, Se. Exzellenz der Königliche Kabinetts­minister Herr Graf von Herzberg, mehrere Gelehrte vom ersten Range und überhaupt eine große Anzahl Zuhörer bei. Jedermann bewunderte die Herablassung Ihrer Exzellenzen des Herrn Generalleutnants von Pfuhl und des Herrn Grafen von Herzberg, die sich mit mehreren Kindern, welche vorzügliche Aufmerksamkeit erregten, aufs liebreichste unterhielten. Damit jeder sehe, daß diese Kinder nicht zu der Prüfung besonders vorbereitet wären, wurde der hiesige Domkantor, Herr Hartung, den die Kinder nie gesehen hatten, ersucht, mit ihnen über einige ihm beliebige Gegenstände des Nachdenkens zu sprechen. Dieser würdige Mann erntete bei der meisterhaften Ausrichtung dieses Ge­schäfts desto mehr Beifall ein, da er das Ansuchen anfangs mit der ausdrücklichen Versicherung,es überrasche ihn zu sehr, geradezu

24 *