Heft 
(1908) 17
Seite
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Beiträge zum Berliner Schulwesen.

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gelder von den Vätern durch Trunk und Spiel vergeudet, so folgten harte Strafen (Krummschließen).

Es braucht nicht besonders ausgeführt werden, wie wohltätig diese Einrichtung auf die soziale Lage der Soldaten wirkte; das aber muß betont werden, daß sie auf die Schulverhältnisse äußerst günstig wirkte. Die steten Klagen der Eltern, daß sie ihre Kinder aus Armut und Not und dem dadurch bedingten Miterwerb vom Schulunterricht fern halten müßten, wurden mehr und mehr gegenstandslos, die Überwachung der Kinder in bezug auf Körperpflege und Gesundheit führten einen geregelten Schulbesuch herbei, und die bessere Ernährung, die die Eltern den Kindern zuteil werden lassen konnten, förderte ihre physische und geistige Entwickelung.

Die nicht verteilten Gelder wurden von den Regimentern kapitalisiert und später zum Schulfonds geschlagen. Daraus eiklären sich die großen Kapitalien, die Berliner Regimenter besaßen. Auf Veranlassung des Gouverneurs von Berlin, des Feldmarschalls von Möllendorf, gestattete der König durch Kabinettsorder vom 9. 7. 1803, daß die Zinsen dieser ersparten Gelder zum Besten der Industrieschule, der Lehrkräfte und des Feldprediger verwandt werden dürften.

Am 9. Februar 1797 erfolgte die Kabinettsorder über die Regelung der materiellen Verhältnisse der Regimentsschulen. Der König bestimmte einen Militärschulfonds, aus dessen Zinsen die Regimenter je nach Bedürfnis unterstützt werden sollten. Das Oberkriegskollegium erließ auf Grund dieser Order am 14. Februar 1797 nähere Bestimmungen (Principia) über die Verteilung der Zinsen und regelte den Schuletat eines jeden Regiments in folgender Weise. Bei jedem Infanterieregiment sollten erhalten:

1. Der 1. Lehrer jährlich.96 TI.

2. Der Küster als zweiter Lehrer (Zuschuß zu seinem

Küstereinkommen).36 -

3. Die Industrielehrerin jährlich.48 -

Ferner wurden veranschlagt

4. Für Schreibmaterialien jährlich.12 -

5. Für Miete jährlich.30 -

6. Für Reparatur der Utensilien. 6 -

7. Für Holz zur Heizung.16 -

Zusammen . . . 244 TI.

Diese Ausgabe sollte aufgebracht werden durch

1. Beitrag des Schulfonds.100 TI.

2. Beiträge der Kompagniechefs.72 -

3. Taufscheingelder.72 -

Zusammen . . . 244 Ti.