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Friedrich Wienecke.
achtet der Prüfung beywohnten, werden es nicht bereuen, einige Stunden ihren häuslichen Geschäften abgebrochen zu haben.
Gewöhnlich werden die Kinder dieses Regiments nach der Prüfung mit Kuchen und Wein tractiret, der Fleißigste gekleidet und einige der Fleißigen mit Schuhen und Strümpfen beschenkt, welches ihnen allerdings sehr zur Aufmunterung gereichen muß ....
Wenn der ungenannte Berichterstatter bemerkt, daß das Gespräch über den menschlichen Körper etwas zu gelehrt gewesen sei, so wird er damit nicht ganz Unrecht gehabt haben. Daß man in dem Eifer, die Leistungen der Schule zu erhöhen, zu weit ging, ist wohl zu verstehen. Jede Schule wollte bei den öffentlichen Prüfungen glänzen; jeder Feldprediger wollte den geladenen Gästen und vor allem den Offizieren zeigen, daß die Schule unter seiner Leitung einen vorzüglichen'Stand eiunehme und die Schwesteranstalten in diesem oder jenem Fache über- treffe, und jeder Lehrer wollte Wissen, Geschicklichkeit und fleißige Arbeit bekunden. Auch die Offiziere spornten Lehrer wie Kinder zu erhöhter Tätigkeit an; denn „Eine gute Schule gehörte mit zu dem Begriff eines guten Regiments.“ So kam es, daß inan Überflüssiges auf Kosten des Notwendigen trieb. Namentlich wurde der Unterricht in den Realien betont und ausgedehnt. Eine Menge von Zahlen und Namen vermittelte man im Geschichts- und Geographieunterricht, und der Sitte der Zeit folgend, trieb man Statistik, Weltkunde und Politik. Ja, es soll vorgekommen sein, daß befähigte Knaben Unterricht im Latein erhielten, und daß mit ihnen Livius gelesen wurde. Solche Dinge konnten nur auf Kosten des Gesamtsunterriclits geschehen, und dieser mußte darunter leiden. Auch die Berücksichtigung einzelner Schüler, denen man schon vor dem Eintritt in die Kompagnie Aussicht auf Avancement machte, zeitigte ungesunde Verhältnisse.
Wenn auch solche Auswüchse nur vereinzelt vorkamen, so entgingen sie doch den leitenden Männern nicht, und dem Könige schien es nötig, dem „Zuweit“ ein „Halt“ zurufen zu müssen. Am 31. August 1799 erfolgte die „Cirkular-Verordnung an sämmtliche Regimenter und Bataillons, den Unterricht in den Garnisonschulen betreffend.“ Der Monarch spricht den Regimentern und Bataillonen seine Zufriedenheit über die erfolgte Verbesserung und dauernde Gestaltung der Schulen aus und hofft, daß sie darin fortfahren werden. Er findet, daß einzelne Schulen über das Ziel zum Schaden der Jugend und Bevölkerung hinausgehen und gebietet, den Stoff des Unterrichts auf das Notwendige und Nützliche zurückzuführen, das Wissenschaftliche auszuschließen und die Religion mit dem Gesamtunterricht zu verweben. Er wünscht, daß ein zweckmäßiges Lehrbuch, das den Gesamtstoff’ der Schule bietet, verfaßt und mit jeder Soldatenkinderschule eine Industrieschule verbunden werden möchte.