Heft 
(1908) 17
Seite
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Beiträge zum Berliner Schulwesen,

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§ 28. So wie die Militair-Kirchen- und Scliul-Commission die äußeren und inneren Verhältnisse der Garnisonschule namens des Königlichen Gou­vernements respicirt, so wird dagegen eines ihrer Mitglieder, insonderheit und zwar der jedesmalige Garnisonprediger die Special-Aufsicht über die Schule übernehmen, überall das Beste derselben wahrnehmen und namentlich auf die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Einrichtungs- und Lehrplans halten, auch wie bisher die ihm von dem Rektor abzuliefernde Schulgelder in Empfang nehmen. Außerdem wird derselbe dafür sorgen, daß die in der Schule gehörig vorbereiteten Schulkinder zu seiner Zeit den besonderen Religionsunterricht der Prediger ihrer Confession genießen.

$ 29. Der vorstehende Einrichtungs- und Lehrplan muß von Ostern 1811 an in volle Wirksamkeit treten, zur Erreichung welches Zweckes schon jetzt alle dienlichen Anordnungen zu treffen sind, namentlich auch die Zög­linge zur Benutzung des umfassenderen Unterrichts tüchtig gemacht werden müssen.

Urkunde 3.

(Das Original befindet sich im Archiv der Garnisonkirche.)

Brief des Pfarrers Troschel von der Jerusalemkirche au den Feid- prediger des Infanterieregiments No. 25 von Kalkstein über den Unter­richt der Soldatenkinder.

Ilochzuvcrehrender Herr Eeldprediger!

Ew. Ilochwohlgeboren bekümmerten Schreiben wegen der Schulkinder im Ilochlüblichen Kalksteinschen Regiment habe schon lange entgegen­gesehen. Wie mir aber die Güte Gottes zur Zeit des vorigen Krieges Gelegenheit gegeben, die Kinder des Hochlöblich Lehwaldischen Regiments in dessen Abwesenheit auf dessen Kosten zur Schule zu halten, so wurde es mir auch zu schwer, diese armen Kinder so gehen zu lassen. Ich nehme daher sogleich die Freiheit, die Sache des Herrn Feldmarschall Exzellenz vorzutragen und zu bitten, daß dieselben die Gnade haben und solches wenige Geld dazu schenken möchten. Hiezu hatte so vielmehr Freudigkeit, da Ihre Exellenz nach der bisherigen trefflichen Erholung aus dero Unpäß­lichkeit unserer fleißiger Zuhörer auch in der strengsten Kälte gewesen, auch bereits zweimal mit unserer Gemeine öffentlich konrmunicirt haben. Es waren aber dieselben auch sogleich ganz bereit und willig, dieses Ver­sprechen mit vieler Gnade diese Kosten zu geben, auch wenn sie noch zur Armee gehen würden (wie Sie ganz gewiß hoffen) das nötige Geld hierlassen würden. Ich werde auch zur nöthigen Zeit es zu erinnern mit Gottes Hilfe nicht ermangeln. Ew. Hochwohlehrwürden haben aber auch gar nicht anstehen können, solches sofort zu melden, nicht zweifelnd, dieselben werden unsern guten Gott vor diese treue Vorsorge mit Freuden danken, wie auch ich nicht ermangeln werde, über alles empfangene Geld die genauste Rech­nung zu führen, um alles belegen zu können, wenn der Gott des Friedens unser armes Gebet erhören wird und Sie, gebe Gott, bald zurückführt. In- deß sind nach den Quittungen des Schulhalters im Monat Oktober 46, im November 47, im Dezember 40, ira Januar 1757 35 und im Februar 30 Soldaten-