10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
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„So wird Walter Leistikows Geist unter uns allen, die wir ihm so viel verdanken an Kunst- wie an Naturgenuß, unsterblich bleiben, wie die Werke des großen Meisters, der uns die herbe Schönheit unserer märkischen Heimat erschloß, und dem deshalb nicht nur unsere Anerkennung und Bewunderung, sondern auch unsere Dankbarkeit und Liebe über das Grab hinaus folgt.“
(Entnommen der vom Herrn Einsender und seiner Gemahlin herausgegebenen Zeitschrift Frauenerwerb vom 1. August 1908.)
C. Naturgeschichte und Technik.
XVII. Herr Redakteur Hermann Berdrow überreicht den VI. Jahrgang seines illustrierten Jahrbuchs der Naturkunde. Auch dieser Band ist überreich an Tatsächlichem und informiert in anziehender Sprache den Laien aufs Beste über alle astronomischen und irdischen Beobachtungen der letzten Zeit bis auf den Ur- und Vormenschen. Die zahlreichen Abbildungen erleichtern das Verständnis sehr bedeutend. Der Preis, zwei Mark, ist ein so geringfüger, daß die Anschaffung auch minder begüterten Wißbegierigen empfohlen werden kann.
XVIII. Beiträge zur Naturdenkmalpflege herausgegeben von H. Conwentz. Heft 2 Bericht über die Staatliche Naturdenkmalpflege in Preußen im Jahre 1907. Unser geschätztes Ehrenmitglied tritt darin u. a. für die Erhaltung der Grunewald-Seen und -Moore mit beredten Worten ein. ln seiner Eingabe an den Kultus-Minister führt er aus, wie es dringend erwünscht sei, daß die Gemeinden mit den Staatsforstverwaltungen in Verbindung treten, um das ganze Gelände von der Südgrenze des Reviers, westlich von Wannsee bis Picheiswerder, nördlich bis znr neuen Heerstraße und östlich etwa bis zum A-Gestell käuflich zu erwerben. Auf diese Weise würde nicht nur die Grunewaldseen- Rinne mit dem Grunewaldfenn, sondern auch Teufelssee, Teufelsfenu, Pechsee, Saubucht und die malerischen Ufer der Havel, d. h. im ganzen eine Waldfläche von mehr als 2500 Hektar, in den Besitz der Gemeinden übergehen. Professor Conwentz verweist darauf, daß auch andere Großstädte natürliche Landschaften in ihrer Umgebung durch Ankauf gesichert haben, z. B. London, das fünf derartige Gelände besitzt, und Wien, das große Opfer zur Erwerbung eines natürlichen Wald- und Wiesengürtels gebracht hat. In Deutschland haben Charlottenburg, Düsseldorf, Hannover, Cöln von der Staatsforstverwaltung mehr oder minder große Waldflächen unter der Verpflichtung erworben, daß diese stets als Wald erhalten bleiben. „Daher ist anzunehmen, daß die Forstverwaltung auch in dem vorliegenden Falle geneigt sein würde, unter derselben Bedingung den bezeichneten Waldteil an die Gemeinden käuflich abzulassen, wenn diese mit einem derartigen Antrag an sie herantreten.“