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10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
Seite 83 bis 88 betrifft die Schutzvornahmen in der Provinz Brandenburg. Die Tätigkeit der Brandenburgia und der Pflegschaft des Märkischen Provinzialmuseums ist nicht erwähnt.
XIX. Der uns befreundete Herr Professor Dr. Nickel in Frankfurt a. 0. teilt uns einen hochinteressanten Vortrag mit: „Die große Findlingsstraße bei Frankfurt a. 0.: Mooshütte — Rosengarten — Beresinchen“. Der ausführlichen Darstellung entnehmen wir mit gütiger Erlaubnis aus den Märkischen Blättern, Tägliche Unterhaltungs- Beilage zur Frankfurter Oder-Zeitung vom 21. Juni 1908 die folgenden Angaben, weil sie sich auf die in der Brandenburgia oft besprochenen und mehrfach besichtigten sogen. Näpfchensteine beziehen, auf die Näpfchen, welche in dem bezeichneten Gebiet zum Teil handgroße Vertiefungen, 8 bis 18, in den großen Findlingsblöcken bilden. Nach alten chronistischen Aufzeichnungen hatte früher die Booßener Gegend allein dei*en fünf aufzuweisen, dazu kommt noch ein Näpfchenstein bei dem Vorwerk Nuhnen, der erst neuerdings in den märkischen Blättern von anderer Seite ausführlich behandelt worden ist. Einer der Boßener Näpfchensteine soll erst 1883 gesprengt worden sein.
Ein Näpfchenstein befindet sich übrigens auch, wie mir Herr Rittergutsbesitzer Dr. Schulz-Wulkow mitzuteilen die Freundlichkeit hatte, in der Gartenmauer seiner Besitzung in Friedersdorf.
Ich habe in den Mark. Blättern 1905 die Ansicht vertreten, daß der Näpfchenstein bei den Nuhnen seine Vertiefungen einem früheren Sprengversuch verdankt, und Herr Geheimrat Friede], der verdienstvolle Begründer und Leiter des Märkischen Provinzial-Museums, hat neuerdings im Anschluß an seine Beobachtungen in Tirol die gleiche Ansicht ausgesprochen. Die eigentümliche Anordnung der Näpfchen auf anderen Findlingen widerspricht jedoch der obigen Auffassung, und die Frage bedarf wohl noch der weiteren Klärung.
Außer den sechs Näpfcheusteinen der Strecke Booßen — Nuhnen sind oder waren auf diesem Wege noch andere große Findlinge vorhanden. In der Nähe vom Kanzel- und Näpfchenstein in der Richtung nach Rosengarten lag ehemals ein großer Findling mit gleisartigem Eindruck, den wir vielleicht als einen Gletscherschliff ansprechen dürfen. Dieser Findling muß in der Zeit von 1700 bis 1750 zerstört worden sein. Gegenwärtig befinden sich in dem Booßener Gehege außer weniger großen Geschieben nur noch zwei große Findlinge in der Nähe des Forsthauses Mooshütte. Ihre Höhenlage beträgt etwa 100 Meter über Normal-Null. Eine ähnliche Höhenlage haben auch die bekannteren Fiudlingsteine in der Nähe des Vorwerkes Nuhnen; der erwähnte Nuhnen- Näpfchenstein und der Kanzelstein.
Neuerdings ist ganz in der Nähe der Stadt Frankfurt a. 0. ein neuer gewaltiger Findling von mehreren hundert Zentnern Gewicht in