Heft 
(1908) 17
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10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

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seinem unterirdischen Versteck bei Gelegenheit von Kanalisationsarbeiten entdeckt worden; er liegt auf dem Spielplatz der neuen Lutherschule des Beresinchenstadtteils in der Richtung nach dem neuen Wasserturm zu und hat etwa 80 Meter über Normal-Null, liegt also 20 Meter tiefer als die früher erwähnten erratischen Blöcke. Ich erlaube mir, den Vor­schlag zu machen, diesen neu entdeckten Findlingstein, der in der Nähe der Lutherschule und des Lutherstifts liegt, alsFrankfurter Lutherstein zu bezeichnen. Da die Hebung eines solchen gewaltigen Steines mit großen Kosten verknüpft ist, harrt er noch seiner Verwendung für die vielleicht später ein Gedenktag oder eine andere Veranlassung den Anstoß geben mag. Daß der Luthersteiu nicht der einzige verborgene große Findling in der Hügelkette von Beresincheu bis Rosengarten ist, ergibt sich aus einer anderen Beobachtung. Von dem Gebiete des Luthersteins ausgehend, gelangt man auf dein Wege neben dem neuen Wasserturm in das Diluvialtal: Langer Grund. Auf der linken Seite sieht man Spargelpflanzungen, die erst vor wenigen Jahren angelegt sind. Als der Erdboden dort für dieseii Zweck ganz tief umgearbeitet wurde, fand man dort ebenfalls mehrere große Findlinge, die aber des leichteren Transports und der späteren Verwendung wegen mit Pulver gesprengt worden sind.

Wir sagen dem gelehrten Herrn Verfasser für seine Mitteilungen unsern wärmsten Dank und verweisen noch auf Professor Dr. Nickels Geologische Ausflüge in Frankfurt a. 0. und seine Umgebung nebst Er­gänzungen aus der Geologie des norddeutschen Flachlandes. Beilage zum Programm des Realgymnasiums daselbst, Ostern 1906, Verlag der Waldowschen Buchhandlung in Fkf. a. 0., sowie auf die Besprechung in der Naturwiss. Wochenschrift von 5. Juli 1908, S. 432.

XX. Der sogen, fossile Affenmensch von Trinil. In der Sitzung vom 26. Februar d. J. (XVII. S. 55) habe ich mitgeteilt, daß eine wissenschaftliche Expedition bei Trinil, Ost-Java, nach weiteren Spuren des von dem niederländischen Militärarzt Dr. Dubois angeblich in Tertiärschichten entdeckten und von ihm Pithecanthropus erectus, der aufrechte Affenmensch, benannten Geschöpfes, welches einige Forscher als einen Stammvater des Menschen zu betrachten geneigt waren, geforscht hat. Professor Dr. Volz-Breslau hat den Fund für mitteldulivial erklärt, womit Dr. Carthaus, der den Ausgrabungen beigewohint hat, übereinstimmt. Geh. Rat Dr. Branca hat in den Sitzungsberichten der k. preuß. Akademie der Wissenschaften (1908, XII) einenVorläufigen Bericht über die Ergebnisse der Trinil-Expedition der Akademischen Jubiläums-Stiftung der Stadt Berlin, der die Einzelheiten enthält, ab­gestattet. Es ist ein Schichtenprofil aufgenommen und eine reiche Sammlung von Knochen daraus gewonnen worden. Darunter zwei Backenzähne nach Branca vermutlich von einem antropomorphen Affen