Heft 
(1908) 17
Seite
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470 10. (S. ordentliche) Veremnnilting des XVII. Vereinsjnhres.

Über Ustjansk wurdeu die Kisten auf Kenntieren nach Buluua an der Lena transportiert, wo die Weichteile konserviert wurdeu. Dann ging es die Lena entlang auf einem Dampfer der Firma Gromow bis Schigalow. Von Schigalow wurde per Wagen die Burjätensteppe durch­quert bis Irkutsk. Hier konnte man die Eisenbahn bis Petersburg benützen. Die Expedition dauerte sechs Monate. Die Gesamtkosten belaufen sicli auf 33 000 Mark. Das Ausstopfen des Mammuts für das Zoologische Museum wird etwa ein Jahr beanspruchen.

XXIII. Die Stechmückenplage und Ausrottung. Ich habe über das sonderbare Ansschwärmen der Stechmücken im verwichenen Herbst in Berlin und unserer Provinz (XVII S. 50) eingehend berichtet, dgl. über eine Äußerung des Herrn ProfDr. Dahl hierzu. Nun ergreift unter obigem Titel in derKommunalen Rundschau vom 30. Juni d. J. Herr Dr. Rudolf Ilennig das Wort. Ich muß auf den Ihnen herumgereichten ausführlichen Artikel selbst in der Hauptsache Bezug nehmen und zitiere wörtlich nur ein paar Angaben, S. 351 flg.

Der rein hygienischen Bedeutung der Mückenfrage schließt sich eine wirtschaftliche von kaum minder großer Wichtigkeit an. Um diese Tatsache recht zu würdigen, muß man berücksichtigen, daß weite Strecken der bewohnten Erde jeglicher Kultur und Bewirtschaftung entzogen werden, weil ungeheure Schwärme von Stechmücken all­sommerlich einen dauernden Aufenthalt in den betreffenden Gegenden einfach zur Unmöglichkeit machen. Ein typisches Land dieser Art ist Lappland, wo gewaltige Landmassen nahezu gänzlich öde und brach liegen, weil ein Aufenthalt in der von Stechmücken-Wolken erfüllten Luft unmöglich ist, da man kaum atmen kann, ohne Mund und Nase mit Insekten zu füllen. In unzähligen anderen Gegenden liegen die Dinge kaum viel besser; in den ungeheuren Tundren Nordsibiriens bilden die Mücken eine der wichtigsten Ursachen, daß Ansiedlungen meist nicht vorgenommen werden können. Wird doch auch von gar manchen Kriegen, z. B. vom Krimkrieg und vom amerikanischen Bürgerkrieg, glaubhaft erzählt, daß die Soldaten von keinen sonstigen Strapazen des Feldzuges so viel zu leiden hatten, wie von den Mücken, die sie nachts plagten und gegen die sie sich oft genug nur dadurch schützen konnten, daß sie abends in Säcke krochen oder sich eigene kleine Erdhöhlen gruben, in die sie den Kopf legen konnten.

Wie macht man nun aber zweckmäßig die Mückenbrut in den offenen Wasserstellen unschädlich? Iliefür gibt es verschiedene Methoden, von denen in den einzelnen Fällen bald die eine und bald die andere anwendbar ist. Das unbedingt beste und sicherste Mittel, das freilich nicht überall benutzt werden kann, besteht darin, daß man Petroleum (Rohöl) Larvicid oder Saprol ins Wasser gießt. In der sich auf der Oberfläche bildenden, luftundurchlässigen Schicht müssen dann alle