Heft 
(1908) 17
Seite
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10. (3. ordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.

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vom 28. Januar 1909 einen Vortrag über seine Ausgrabungen auf der Römerschanze halten wird.)

XXX. Über die Feuerbestattung in Berlin während des Etats­jahres 1907.

ln der von dem Vorstande des hiesigen Vereins für'Feuerbestattnng mit Genehmigung des Magistrats auf dem Friedhof errichteten Urnen­halle sind 17 neue Urnen mit Brandresten aufgestellt worden. Außer­dem wurden im Berichtsjahre 15 Urnen im Urnenhain bezw. in anderen Teilen des Friedhofs in oder über der Erde beigesetzt.

In der Urnenhalle und im Urnenhain sind aufgestellt

oder beerdigt. 805 Urnen,

in Familienbegräbuissen oder anderen Abteilungen beigesetzt 84

sodaß insgesamt. 389 Urnen

feuerbestatteter Personen auf dem Friedhof beigesetzt sind.

Die Leichensammelstelle und der Verbrennungsofen in der

Diestelmeyerstr aße.

Die Leichensammelstelle dient als Hauptsammelplatz für alle Leichen, die auf Rechnung der Stadtgemeinde beerdigt werden (Freileichen). Diese Leichen werden im Laufe des Tages durch einen Unternehmer mittels Leichenwagens aus den Sterbewohnungen abgeliolt, an die Leichen­sammelstelle abgeliefert und von hier aus bei Dunkelheit durch besonders dazu eingerichtete Wagen nach dem städtischen Friedhofe in Friedrichs­felde überführt.

Durch den von der Stadtsynode bestellten Geistlichen haben in der Leichenhalle der Leichensammelstelle auf Wunsch der Hinterbliebenen 111 Einsegnungen stattgefunden und ist den Hinterbliebenen'geistlicher Zuspruch gewährt worden.

Der Verbrennungsofen dient zur Verbrennung von Körperteilen, die entweder aus Amputationen von lebenden Menschen herrühren, oder zu Leichen gehören, bei denen die Individualität infolge von Sektionen usw. verloren gegangen ist.

Infolge des mit der Direktion der anatomischen Anstalt getroffenen Abkommens, hinsichtlich Verbrennung der nach den Sektionen ver­bleibenden einzelnen Leichenteile, sowie durch die noch aus einzelnen Krankenhäusern aus gleichem Anlaß eingelieferten menschlichen Körper­reste sind im Betriebsjahre 225 Kästen, je 7 Zentner schwer, und 51.6 Särge eingeäschert worden. Es haben 56 Brände stattgefunden; bei jedem Brande wurden durchschnittlich 4 Kästen und 9 Särge in den Verbrennungsofen eingeführt. Die Asche wurde in verschließbaren Blecli- kästen nach dem Friedhofe in Friedrichsfelde überführt.

Da der Widerstand gegen die fakultative Feuerbestattung auch in Preußen nachzulassen beginnt, insbesondere die Regierung sich ihr

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