12. (».^außerordentliche) Versammlung des XVII. Vereinsjahres.
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12. (9. »erordel) Versammlung des XVII. Vereinte
Sonntag, den 11. Oktober 1908.
Wanderfahrt nach Velten.
Auf dem Bahnhof in Velten trafen ungefähr 70 Teilnehmer, die z. T. auf ganz verschiedenen Wegen hierhergekommen waren, zusammen und wurden hier von den Herren aus Velten in Empfang genommen, unter denen Herr Kantor Gericke und Herr Rektor Rademacher, dann auch die beiden Führer in der Ofenfabrik, die Herren Schmidt und Hoffmann genannt werden mögen.
Die Gesellschaft begab sich sogleich in die Ofenfabrik von A. Schmidt, Lehmann & Co. Hier mußte nun eine Teilung der Besucher vorgenommen werden, und Herr Fabrikbesitzer Schmidt übernahm die eine Abteilung und Herr Ofenfabrikant Hoffmann die andere.
Wir besichtigten zunächst die Schlämmanlage. Drei Arten von Tonen, darunter eisenreiche und kalkreiche werden mit Rügener Kreide in einem Rührwerk, in dem vier große eiserne Harken laufen, mit Wasser zu einem dünnen Brei angerührt. Dieser läuft dann durch Rinnen in große flache Gruben, wo sich die Tonteile niederschlagen, während das Wasser abgelassen wird. Sobald die Tonmassen zu trocknen beginnen, werden sie durch rechtwinklig verlaufende Risse in Rechtecke abgeteilt, die etwas umfangreicher sind, als ein moderner Ziegelstein. Beim Weitertrocknen reißen die Risse dann bis auf den Boden durch. Sobald diese Tonsteine soweit erhärtet sind, daß sie sich aufheben lassen, werden sie in das Fabrikgebäude gebracht und hier in den Kellerräumen aufgestapelt für den Winter oder aber sofort auf dem Tonschneider weiter verarbeitet.
Aus dem Keller wird die Tonmasse auf Fahrstühlen in die Formerei gebracht, wo durch Pressen die Kacheln geformt, und auf Gerüsten zum Trocknen ausgelegt werden. Nachdem sie fest genug geworden sind, werden sie noch nachgeputzt, „beschickt“, und wandern dann in den Trockenraum. Soll eine Kachel erhabene Verzierungen erhalten, so kommt sie noch einmal in die Napfpresse, in der die entsprechende Matrize eingesetzt wird.
Eine Treppe höher befindet sich der Raum für die Herstellung des Simszeuges. Die Formen hierzu werden aus Gips hergestellt, und die Tonmasse wird unter besonderen Vorsichtsmassregeln eingetragen.
Das oberste Stockwerk beherbergt das Lager für die Gipsformen und ist dicht mit ihnen angefüllt.