Heft 
(1908) 17
Seite
503
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Kleine Mitteilungen, gQg

Buckhörn, dett is ne schöne Stadt,

Wer je darin gewöhnet hat.

Grote Schütteln und weinig drin.

Mag de Düwel wojl in Buckhörn sin.

Hier geti't dett gar noch Hunge rbrot

Un Woater ut dünn kloaren Sod, __

Wert eten will und dann nich mag,

De kriegt von Mutter B.Schacht.

(Bockhorn, das ist eine schöne Stadt.

Wer je darin gewöhnet hat.

Grobe Schüsseln und wenig darin.

Mag der Teufel wohl in Bockhorn sein.

Hier gibt es gar noch Hungerbrot.

Und Wasser aus dem klaren Sod. (Brunnen.)

Wer essen will und dann nichts mag,

Der kriegt von Mutter B.Schacht. (Prügel.)

Diese Verse wurden zum Ärger der Schifferfrauen gesungen oder gesprochen, die dann den Spott mit allen möglichen Sehimpfreden und Drohungen vergalten. (Diese Verse wurden mir von meinem verstorbenen Vater mitgeteilt, der aus Kosendorf gebürtig war.)

Auch zum Sprichwort ist der AusdruckHungerbrot verwebt worden. Wer irgend eine Kost verschmähte, dem wurde drohend zugerufen:

Du wäst noch moval Hungerbrot äten münn.

(Du wirst noch einnal Hungerbrot essen müssen.)

Uög Di, dett Du nich Hungerbrot äten müßt.

(Hüte Dich! Daß Du nicht Hungerbrot essen mußt.)

Friedrich Wienecke.

Über den hohen Golm, die alte Kapelle darauf, den Schatz und die Vertiefung zu diesem hin u. a. m. bringt Kuhn in seinen Märkischen Sagen (1843, 9298) eine Anzahl Sagen. Er berichtet auch (nach Eccard Scriptores Jutrebocensium 115), wie einst ein Bauer, der unter dem Gollenberg gewohnt, zur Vergebung seiner Sünden nach S. Jago di Compostella, S. Jakob in Spanien, eine Heise unternommen. Da ihm aber däuchte, er habe noch nicht genug gebüßt, fragte er dort einen Mönch, ob es nicht noch einen heiligeren Ort in der Welt gäbe, da antwortete ihm jener:Ja es ist noch ein heiligerer auf dem Gollenberg. Der Golm scheint also als sehr heilig gegolten zu haben. Sicher war er in germanischer Zeit Gottheiten geweiht, ein Donars­berg, Wodansberg u. d. mit einem heiligen Hain. Noch in unserer Zeit sind oder waren Sagen über ihn im Landvolk lebendig. Ein 84 jähriger Bauer, der als Kind alljährlich nach Stülpe kam und von da auf den Golm ge­gangen ist, sagte mir (1894), daß auf dem Berge früher ein Haus stand und Leute da wohnten, das Haus aber aufgegeben wurde, weil das Wasser zu weit war.Oben auf dem Berge war ein großes Loch, daraus hat der Schatz-