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Kieme Mitteilungen.
grilber die Braupfanne voll Geld herausgeholt. Er brauchte dazu eine Jumpfer, die eine Stunde lang im Teich stehen und sieh immer waschen mußte. Um das Wasser hatte er einen Kreis gemacht, daß sie nicht heraus konnte. Sie kriegte dafür 300 Taler. Mit zwölf Pferden hat er die Braupfanne fortgefahren bis zum Kirchhof, da hatte der Deubel keine Macht mehr.“) Eine alte Frau aus einem entfernteren Dorfe wußte „Bei Stülpe is de olle Jolmberch, dat soll sonn Berch sinn wie de Blocksberje, wo de Hexen up Wollborjen dünzen. Auf dem ollen Jolmberch ist eine Brupan ne, die hat einer da gelassen, und wer eine Seele opp at, der kriegt das Geld. Oben auf dem Berg soll ein Pütt sein, und wer da eine lebendige Seele reinbringt, der kriegt eine Tonne Geld. Det soll’n sehr diepe n Brunnen sinn je west. Wenn man so rafkieken dut, isset man so janß kleen. Eine sehr arme Familie in Großbeuthen haben ein Zwillingspaar gekriegt, ein Junge und ein Mildchen, vier Jungen hatten sie all, und wollten den Jungen in den Pütt auf dem Golm werfen. So machten sie sich auf die Reise, und wie sie ’rankamen, war der Berg so sehr hoch, und mußten lange kleddan, ick weet man nich mehr wie lange, ehe sie hebben rupjekoamen. Denn sie hatten Lebensmittel, und das Kind zu tragen. Wie sie nun oben waren, sollte es der Vater lebendig hineinwerfen in den Pütt. Da sagte er, har künne et nich lotloaten, die Mutter sollte es reinschmeißen. Wie sie es nun sollte in den Brunnen werfen, da konnte sie es auch nicht loslassen. Denn hebben se wäa tu hus j eree st. *
W. v. Schulenburg.
a) Bauopfer wurde vor etwa fünf Jahren in meinem damaligen Wohnorte Seedorf bei Lenzen unternalb der Haustürschwelle des Möllerschen Hauses Nr. 4, bei Umbau gefunden: Topf, anscheinend der Mitte des 17. Jahrh. angehörig. Seedorf soll nach Verfall im 30jähr. Kriege von 1650 ab neu aufgebaut worden sein. Inhalt: Staub um Vogelknochenreste, wahrscheinlich Hahn. Leider war, als ich zur Stelle kam, der Topf in so kleine Trümmer zerschlagen und zertreten, daß Wiederherstellung unmöglich. Von der Asche und den Knochen sah ich auch nur kümmerliche Reste. In scheuem Bangen hatte man „den Spuk“ vernichtend bei Seite geräumt.
b) zwar nicht „30 Taler“, wohl aber „Hundert Acht-Groschenstücke“ —
d. i. ungefähr dieselbe Summe = 33'/» Taler — kenne ich als volkstümliche Redensart in den drei Kreisen: Königsberg, Sternberg, West-Prignitz aus den Jahren 1854 bis 1900. Z. B. unglaublichen Behauptungen gegenüber und bei Wetten: „Ich bitte Dich um 100 Acht-Groschenstücke.“ Desgl.: „Kerl, Du sollst 100 Acht-Groschenstücke kriegen!“ Desgl.: „Dat Ding is seine 100 Acht-Groschenstücke w r ert.“ Ob der an vielen Orten noch vorhandene Familiename „Hundertmark“ mit solcher Volkspreisschätzung im Zusammenhang stehen mag? 100 M althamburger Münzrechnung würde auch ungefähr = 30 Taler sein. (Brandenburgs 08, Nr. 8, S. 4.)
E. Handtmann.
Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Cüstriner Platz 9. — Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.
Druck von P. Stankiewicz’ Buchdruckerei, Berlin, Bernburgerstr. 14.