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Otto Pniower.
ans dem Geheimen Staatsarchiv Kohlhaasenbriick. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in dem Kirchenbuch von Falkenhagen Kreis Osthavelland (vgl. Otto Monke in dieser Zeitschrift Bd. 17 S. 150), wo ein Teerbrenner Johannes Albrecht aus Kohlhaasenbriick, der um das Jahr 1711 zugezogen war, erwähnt wird.
In der Literatur erscheint der Name zuerst in der von A. F. Büsching 1775 herausgegebenen «Vollständigen Topographie der Mark Brandenburg“. Hier heißt es S. 142: „Kohlhasenbrück ein Krug und Theerofen nebst einigen Tagelöhnerhäusern, eingepfarrt zu Stolpe.“
Dann spricht Friedrich Nicolai in der zweiten 1779 erschienenen Auflage seiner bekannten Beschreibung von Berlin und Potsdam (Bd. 2 S. 900), was dann in der dritten Ausgabe von 1786 mit geringen Veränderungen im Wortlaut wiederholt wird, von der Brücke, jedoch nur von ihr, nicht von der Ansiedlung. Es heißt hier: „Diese kleine über die Bache (Böke) oder sogenannte Telte gehende Brücke hat ihren Namen von Hans Kohlhasen, einem ansehnlichen Bürger zu Kölln, der besonders mit Vieh und Pferden handelte.“ Hier taucht zum ersten Mal der „Roßhändler“ Kohlhase auf. Nicolai gibt dann einen aus Hafftiz geschöpften Bericht über die Affäre des Mordbrenners. Die erste 1769 erschienene Ausgabe der Nicolaischen Beschreibung enthält, wie ich hinzufügen möchte, nichts über die Brücke oder den Flecken.
Endlich sagt F. W. A. Bratring in seiner 1805 erschienenen „Statistisch-topographischen Beschreibung der gesammtenMarkBranden- burg“ (Bd. 2 S. 364): „Kohlhasenbrück Krug am Grimnitzsee (so! statt Griebnitzsee), unweit Stahnsdorf auf der Berliner Straße nebst drei Einliegern. Ehemals ein Theerofen. Zwei Feuerstellen.“
Weiter brauchen wir diese Übersicht nicht zu verfolgen. Denn im Jahre 1806 begann Kleist seine Erzählung.
Es ergibt sich, daß bis in die neue Zeit hinein eine Ortschaft oder, wie Kleist sagt, ein Dorf Kohlhasenbrück nicht existiert hat. Denn nicht vor dem Jahre 1711 hören wir von einem Örtchen dieses Namens. Und dieses Örtchen mit seinen Tagelöhnerhäusern und den paar Ansiedlern entstand offenbar erst, als der Teerofen eingerichtet worden war. Das geschah aber nicht früher als am Ende des siebzehnten Jahrhunderts, (vgl. Spatz a. a. O).
Wenn Kleist also sagt, daß das Dorf von dem Mordbrenner seinen Namen erhalten habe, so ist das cum grano salis zu nehmen. Denn nur das könnte richtig sein, daß die Brücke, unter der Kohlhase den dem Konrad Drahtzieher abgenommenen Silberschatz in das Wasser versenkte, die über die Bäke führende war, daß sie