Heft 
(1917) 25
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Die Berliner Hufen.

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auch der Pfarrbesitz, der ja auf dem Barnim fast ausnahmslos 4 Hufen beträgt. Nach dem Landbuche 1 ) besitzt Lichtenberg 64 Hufen, davon der Pfarrer 4; im Hufengeldregister sind verzeichnet 60 Hufen. Die Kaulsdorfer Feldmark umfaßt nach dem Landbuch 40 Hufen, davon hat der Pfarrer 4; im Hufengeldregister sind 86 Hufen angegeben. Bei Mahlsdorf werden 50 Hufen genannt; dem Pfarrer gehören 4; das Hufengeldregister zählt 46 Hufen. Diese Zahlen beweisen wohl zur Genüge, daß die Pfarrhufen in den Hufengeldregistern nicht mit­gezählt sind. Dann sind sie sicher auch bei Berlin nicht mitgerechnet, und wir müssen für Berlin 120 + 4, also 124 Hufen ansetzen. Wie sich der Widerspruch mit den Angaben des Stadtbuches löst, habe ich noch nicht ergründen können.

Eine auch nur einigermaßen erschöpfende Behandlung der Geschichte der Berliner Hufen fehlt uns leider noch. Was ich über diesen Gegenstand glaube festgestellt zu haben, konnte ich in meinem Vortrage im Berliner Geschichtsverein ausführlich erörtern und soll später einmal zusammengefaßt werden [Der Bericht in den Mitteilungen d. Vereins 1915, S. 93 enthält nur einige Leitsätze.]. Hier kommt es darauf an, einige Punkte zu besprechen, die für die Geschichte der Entstehung und Entwicklung Berlins von ganz besonderer Bedeutung sind. Es ist zunächst kein Zufall, daß die oben angeführte Grenze zwischen Allmende und Hufenland etwa mit dem Nordrande des alten Spreetales in seiner Ausdehnung am Ende der Eiszeit zu­sammenfällt. Ich habe an anderen Stellen wiederholt ausgeführt, daß bei der Kolonisation im 12. u. 13. Jahrhundert in unserer Gegend als Hufenland nur die Geschiebemergellandschaften in Betracht kamen. Sie allein boten bei der mangelhaften Düngung im Mittelalter mit dem unter demlehmigen Sande liegendensandigen Lehm und seinem Mergeluntergrunde die Gewähr für erfolgreichen Getreide­bau, während die teils sumpfigen teils sandigen Niederungen des Spreetales den geeigneten Boden für Wiese und Holz zur Verfügung stellten. 2 ) Auch bei den auf dem Barnim und dem Teltow liegenden

b Ausgabe von Hertzberg, 1781, und Angaben von Fidicin: Territorien (Niederbarnim) 1857.

2 ) Dabei verstellt es sich von selber, daß auch die Hochflächen des Barnim und des Teltow mit ihren Becken und llinnen mehr oder weniger ausgedehnte Flächen für Wiesen und Holzungen darbieten, und daß es einzig auf die Beschaffenheit des Bodens ankommt. Die moorigen und torfigen Gründe der Hochfläche haben für die Bewirtschaftung dieselbe Bedeutung wie die der Niederung. Der Grad ihrer Brauchbarkeit für die Kultur ist hier wie dort in erster Linie ab­hängig von der Höhe des Grundwasserstandes. Genau so steht es mit dem Fluß­sande sowie dem Sande der Becken und Rinnen, und es ist ja bekannt, daß Dünen undSandschellen vernünftigerweise nur mit Kiefern bepflanzt werden, mögen sie im Urstromtale oder auf der Hochfläche liegen.