im Märkischen Museum.
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sendend, mit einem typischen Osgraben im Süden, kurz: „Querprofil und Grundriß entsprechen völlig dem Idealbild eines Os“. An zweiter Stelle nennt Herr Geheimrat Jentzsch den Schlagenthiner Os, der sich dicht nördlich der Staatsbahn vom Westende des Bahnhofs Dahmsdorf-Müncheberg nach Westen hinzieht und an der Flurgrenze der Sieversdorfer Heide zur Feldmark des Gutes Schlagenthin nach SW. umbiegt. Zuletzt macht er auf den Sieversdorfer Os aufmerksam, der aber weniger deutlich als die beiden erstgenannten Oser sei.
Am 24. Sept. 1916 besuchten die Teilnehmer der „Übungen und Studien“ den Schlagenthiner Os.
Tiefe Kiesgruben gaben uns den Verlauf des Schlagenthiner Os an, dessen mittlerer, hervorragendster Rücken durch ihren Betrieb größtenteils abgebaut ist. Gleichwohl sah man noch jetzt, daß sich anfänglich ein Rücken in westlicher Richtung erhob. Seine Reste waren noch deutlich zu erkennen. Mit großem Interesse besichtigte das Seminar die tertiären Aufschlüsse dieser Kiesgruben: Glimmersand, eine dünne Eisensteinbank, Knollen des schaligen Toneisensteins, Septarienton, Versteinerungen und Verwitterungen usw.
Maria Marschall.
Dr. Max Bolle: Beiträge zur Siedlungskunde des Havel winkeis. Bonner Dissertation. Halle 1910.
Die eingehende siedlungsgeographische Behandlung einzelner Landschaften, die in sich geschlossen erscheinen, hat sich als äußerst fruchtbringend für die landeskundliche Forschung überhaupt erwiesen. Ein solches Landschaftsindividuum ist der Havelwinkel. Nur der kleinste Teil gehört zwar politisch zur Mark Brandenburg, organisch ist er jedoch als Teil von ihr zu betrachten. Unter dem „Havelwinkel“ versteht Bolle das Land zwischen der unteren Havel, der Nordabdachung des Fläming und der Elbe und verallgemeinert damit sehr glücklich einen für den nördlichen Teil des Gebietes im Volksmund gebrauchten Ausdruck. Das Gebiet ist eine nach Nordosten geneigte schiefe Ebene, die ihrer ganzen Abdachung nach hydrographisch zur Havel gehört. Die heutige Wasserscheide nach der Elbe zu ist künstlich durch Eindeichung hergestellt. Die eigentümlichen Wechselwirkungen zwischen beiden Flüssen verleihen der Landschaft ihre Sonderstellung. Die geologische Gliederung ist ziemlich einfach. Etwa die Hälfte der Oberfläche entfällt auf das Alluvium, hauptsächlich Humusboden und Schlick, die andere Hälfte auf das Diluvium und zwar zu gleichen Teilen auf Höhen- und Taldiluvium.
Besonders eingehend behandelt Bolle die Siedlungsgeschicbte. Eine natürliche Gliederung erscheint bei ihr da geboten, wo eine
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