138 7. (4. außerordentliche) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.
seiner Kunst abzustreifen und neue gute Eindrücke zu verarbeiten und zu verwerten.
Als gemeinsames Werk aller drei Döbels wurde zum Schluß das auch weiterhin bekannte Marmorepitaph des Kanzlers v. Kospoth im Königsberger Dom besprochen.
Ausführlicher hat der Vortragende über „die Bildhauerfamilie Döbel“ in den „Altpreußischen Monatsschriften“ (1916) Bd. LII., Heft 4, p. 440-494 und im folgenden Hefte gehandelt.
7. (V. außerord.) Versammlung des XXV. Vereinsjahres.
Sonnabend, den 7. Oktober 1916.
Wanderung nach Kohlhaasenbrück und zu Kleist’s Grab beim Bahnhof Wannsee.
Die Führung hatte an Stelle des erkrankten I. Vorsitzenden Rechnungsrat Kerkow übernommen. Wir begannen bei Neubabelsberg und besichtigten zunächst die im Stumpf einer älteren Eiche wurzelnde Kohlhaaseiche. Die Inschrift der hier angebrachten Tafel lautet: „Kohlhaas-Eiche, gepflanzt am Sedanstage 1873 an Stelle der eingegangenen aus dem löten Jahrhundert stammenden Kohlhaas-Eiche.“ Die jetzige Eiche mißt im Umfange 157 cm, der Stumpf etwa 360; der dazu gehörige Baum stammt also wohl aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Im Wirtshaus zu Kohlhaasenbrück hielt Kustos Professor Dr. Pniower einen Vortrag über „Kleist 'undKohlhaasenbrück“, den wir an anderer Stelle im Wortlaut bringen (S. 107ff.). Im Anschluß an den Vortrag wies Rektor Monke darauf hin, daß die Ortschaft Kohlhaasenbrück zuerst um 1711, wie er in seinem Vortrag über Finkenkrug (Brandenbui’gia, Band XVII, S. 150) ausgeführt hat, genannt wird, ihr Name also literarisch früher nicht beglaubigt ist. Wir überschritten dann die Brücke des Teltowkanals und wunderten anfangs auf dem „Königswege“, der alten romantischen Heerstraße, die nach Zehlendorf führt, und dann auf dem Kurfürstenwege nach Jagdschloß Dreilinden, besichtigten den „Runenstein“, besuchten Kleist’s Grab und wandten uns schließlich dem Bahnhof Wannsee zu, von wo aus später die Rückfahrt erfolgte.