Kleine Mitteilungen.
143
Butze. Zu dem anregenden und verdienstlichen Aufsatz Mielkes ,Zur Besiedlungsfrage der Provinz Brandenburg im 12. Jahrhundert“ Branden- burgia 25, 49—59 sei die Frage gestattet, welche Etymologie Mielke für Dörnse gewählt hat, die Ableitung von dör ,Tür“ oder von darrenstede ,Dörrstätte“? Der Ausdruck umbutzen ,anziehen“ (Anhalt) und die HanfbutzS ogelscheuche in der Uckermark haben mit dem Wandbett Butze nichts zu tun, sondern gehören zu dem weitverbreiteten Wort Butz, das eine verkleidete Schreckgestalt bedeutet; vergl. damit das berlinische Mumpitz, das aus Mumm-\-Butz ,vermummelte Schreckgestalt“ entstanden ist. Das Zeitwort butzen, bützen (Templin Uckerm.) bedeutet nur ,anstoßen“ und ist vom ahd. bösan abzuleiten. Das neumärkische Wort pus ,Kuß“ gehört hierzu.
Doch diese Bemerkungen ändern an dem sachlichen Inhalt des Mielkeschen Aufsatzes nichts.
Im Felde, den 28. September 1916.
H. Teuchert.
Zu den dankenswerten Ausführungen des Herrn Dr. Teuchert bemerke ich, daß mir die Herleitung der Dörnse von darrenstede- Dörrstätte am wahrscheinlichsten erscheint. Aus sachlichen Gründen, denn der mit dem Namen Dörnse bezeichnete Raum ist überall mit der Ilerdanlage verbunden, was an Bedeutung durch die Tatsache gewinnt, daß der Ofen, der heute für die Dörnse charakteristisch ist, dem Altsachsenhause ursprünglich fehlt. Die Dörranlage muß also mit dem offenen Herd in Verbindung gestanden haben, wie es bei jedem Dörrhause — und das Altsachsenhaus ist als solches noch erkennbar — eigentlich naheliegt. Daher scheint mir eine Herleitung von Tür (dör) ausgeschlossen, denn die mit der Herdanlage verbundene Dörrstätte ist schwerlich durch eine Tür von dem offenen Dielenraum getrennt gewesen. Das Altsachsenhaus kennt wie jeder Einraum nur Außentüren. Für den Ausdruck umbutzen-avazie\\m (Herr Dr. Teuchert. schreibt irrtümlich „anzielien“) nehme ich gern die Ableitung von ahd. bözan an, halte es aber nicht für ausgeschlossen, daß sich bei ihm die Begriffe gemengt haben. Da die Butze ein kleiner Raum — oft nur ein enger Kasten — ist, so liegt die Vermutung nahe, daß das Anstoßen an die nahen Wände mit in die Vorstellung geflossen ist.
Robert Mielke.
Baitz. Verschiedene Male führte mich mein Weg auf Wanderungen in das Dorf Baitz am Nordabhang des Fläming. Es fiel mir auf, daß der Name im Dorf durchweg Batz gesprochen wird. Herr Lehrer Krüger in Mörtz erklärte auf meine Frage, daß ai im Namen Baitz nicht etwa wie ei gesprochen werden dürfte, sondern daß der Name zweisilbig sei, also Ba-itz gesprochen werden müßte. Der Anregung des Herrn Professor Mielke in einer Sitzung der Brandenburgia und in dem Septemberheft 1916 der Brandenburgia, S. 93 folgend, habe ich für die Geschichte des Namens des Dorfes Baitz einiges festgestellt.
1. Das Dorf wird in einer Urkunde vom 9. September 1313 Boghetiz genannt. (Riedel Cod. dipl. Br. I. 8. S. 210).