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Kleine Mitteilungen.
2. Id einem Visitationsprotokoll von 1530 heißt das Dorf Boytz.
(N. Müller, Kirchen- und Schulvisitationen im Kreise Belzig.
Jahrb. für Brandenburgische Kirchengeschichte 1904 S. 191.)
3. Die heutige Schreibform ist, wie schon gesagt, Baitz.
Wenn wir nun auch in den vorhandenen Quellen mit einer
Schreibweise rechnen müssen, die von vielen Zufälligkeiten abhängig, in das Belieben des jeweiligen Schreibers des betreffenden Aktenstückes gestellt, durchaus nicht getreu der entsprechenden Aussprache des Namens zu sein braucht, so ist doch allen der hier genannten Formen das Suffix-iz oder itz gemeinsam.
Zu den slavischen Ortsnamen, welche aus Personennamen gebildet sind, gehören auch die in deutscher Sprache auf -itz -aitz -eitz auslautenden. Das Suffix-ic im Westslavischen bildet Patronymica: der Sohn des Boleslav heißt Boleslavic; der Nom. plur. davon Boles- lavici. Später der Acc. Boleslavice bezeichnet den Ort, welchen die Boleslavici, des Boleslavs Nachkommen bewohnen. (A. Brückner.., Die slavischen Ansiedelungen in der Altmark und im Magdeburgischen. S. 60—61.)
Wir sind daher berechtigt anzunehmen, daß bei der heutigen Aussprache der Dorfbewohner, nämlich Bätz für Baitz das i im Laufe der Zeit verloren gegangen ist, während die Schriftsprache die Silbe -iz -itz soweit wir urkundlich verfolgen können, nämlich seit 1313, bis heute beibehalten hat. E. Bellot.
Seltsame Grabschrift in der Marienkirche zu Stendal: Sieh, o Leser, bei dem Grabe des sei. Jakob Ahrenberg drei Ähren, und gedenke dabei seiner dreifachen Ernte. Er ging auf zur Erntezeit zu Berendt bei Werben, den 2. Juli 1689, und wuchs zur vollen Ähre, erfüllt mit Früchten des Geistes. Er neigte sich zu einer Nebenähre: zur Jungfer Anna Sophie Stecherin, und vereinigte sich mit ihr, daß 6 Sprößlinge daraus hervorwuchsen, wovon 3 schon frühzeitig verwelkten; drei wachsen noch im Segen Gottes. Aber es folgte eine trübe Ernte, da der knöchliche Mäher diese Ähre abhieb. Doch waren bald die Engel Gottes da und führten sie als Weizen in Gottes Scheune, den 21. Juli 1732.
(Mitgeteilt aus der Parcbimschen Zeitung 1829, Nr. 41 von C. Krüger, Lübeck.)
Der Rattenfänger von Potsdam. Berlin, vom 24. October. Der Herr Obriste von Doikum, hat aus dem Clevischen einen Kerl verschrieben, der vorige Woche in Potzdam alle Ratzen und Mäuse aus dem Schloß und der Stadt auf einen Platz mit einer Pfeife zusammen gelocket, und sie darauf verbrandt, daß nicht ein eintziges Stück davon entwischen können.
(Mitgeteilt aus der Rostock. Zeitung von 1724 von 0. Krüger, Lübeck.)
Schriftleitung: i. V. Dr. A. Kiekebusch, Berlin, Märkisches Museum. Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten. Druck von P. Stankiewicz’ Buchdruckerei G. m. b. H., Berlin, Bernburgerstr. 14.