Jahrgang 
1 (1956) 2
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In anderen Fällen werden die Wappenbilder der weltlichen oder geistlichen Stadtherren übernommen (Kyritz, Putlitz) oder sie treten zu denen der erstgenannten Art hinzu (Havelbgrg, Wittenberge, Lenzen, Wittstock, Meyenburg?). Manche Wappenbilder erinnern an Gründungssagen oder geschichtliche Ereignisse (Freyenstein) und wieder andere, meist jüngere, beziehen sich auf die Natur ihrer Gemarkung wie Acker, Wald, Wasser, oder auf naturbedingte Bodenschätze und Gewerbe. Eine besondere Gruppe bilden schließlich die sogenannten redenden Wappen, die den Ortsnamen bildhaft ausdeuten (Perleberg, Pritzwalk, Meyenburg).

Das Perleberger Wappen ist von alters her ein solches redendes Wappen. Sein Bild ist ein Stern, der innen und außen mit Perlen ge­schmückt ist. Sterne in Ortswappen kommen häufiger vor. Unter den mehr als 3000 Wappen deutscher Städte, Flecken und Märkte, die Otto Hupp gezeichnet hat, ^ind etwa 100, die Sterne im Wappenbild haben. In der großen Mehrzahl sind sie sechsstrahlig, in 16 Fällen achtstrahlig und in 4 Fällen fünfstrahlig. Sie sind aber fast ausnahmslos nur Nebenfiguren im Wappenbild, einen einzelnen Stern als die Hauptfigur scheint außer Perle­berg nur noch die kleine Stadt Engen in Baden zu haben.

Wir wollen nun.einen Gang durch die Jahrhunderte antreten und der Geschichte unseres Wappens nachspüren. Für die älteren Zeiten kommen als Quellen nur Siegel in Frage. Wir sind für Perleberg in einer besonders glücklichen Lage. Das Heimatmuseum besitzt ausgezeichnete Gipsnach­bildungen und Lichtbilder fast aller überhaupt bekannter Stadtsiegel Per­lebergs, die nach der Neuordnung des Museums ausgestellt sein werden.

Wir verdanken sie einem Sohne unserer Stadt, Max Zeisig, der in einem emsigen Forscherleben die größte Privatsammlung brandenburgischer Siegel, rund 6000 an der Zahl, zusammengetragen hat. Darüber hinaus war er wegen seines handwerklichen Geschicks als Verfertiger von Siegelnach­bildungen eine weithin bekannte und begehrte Persönlichkeit. Es ist sehr schade, daß er nicht auch nähere schriftliche Angaben über diese Siegel *> hinterlassen hat.

13. Jahrhundert

Die Orte Wittenberge, Perleberg, Putlitz sind vor 1200 von dem mächtigen Adelsgeschlecht Gans gegründet und später zu Städten erhoben worden.

Da Wittenberge und Putlitz das Siegelbild der Gänse, eine flugbereite Gans, in ihrem Wappen führten oder führen, ist. anzunehmen, daß dies anfangs auch für Perleberg der Fall war. 1239 war der Stadtherr von Perleberg ein Johannes Gans, dessen Siegel in Abb. 1 wie bei allen übrigen in natürlicher Größe wiedergegeben ist. Es zeigt die Gans über einem Burgtor, dessen Torbogen und Türme mit Perlen besetzt sind, und trägt die Umschrift SIGILLVM JOHANIS AVCE DE PARLENBERGE (Siegel

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