Die Gegenstände waren in der Oberförsterei bei Alt-Daber abgeliefert worden und der Herr Oberförster hatte der Stadtverwaltung Mitteilung von den Amiden gemacht. Der Herr Stadtsyndikus hatte das hiesige Museum benachrichtigt und eine Besichtigung der Fundstelle vorgeschlagen. Diese fand am 8. März in Begleitung des Herrn Bürgermeisters Vogt und des Herrn Stadtsyndikus Kurzinna statt. Der Platz liegt inmitten der Forst, seitab von der großen Fahrstraße. lieber eine weite Swecke verteilt waren überall die Spuren der von den Arbeitern aufgcfundenen Grundrisse zu sehen. Am deutlichsten trat der Umriß eines nach der Mitte zu gelegenen Hauses in schönem Rechteck hervor. Lehmbewurf und Holzkohle waren reichlich umher verstreut, desgleichen alte Backsteine. Die Arbeit des Steinerodens war auf Anlaß des Herrn Oberförsters an dem ganzen Platze eingestellt. Auch hatte dieser verhindert, daß eine große, flache Steinplatte, die ihm ausgefallen war, zertrümmert wurde. Diese Steinplatte zeigte eine Anzahl von näpschenartigen, künstlich hergestellten Vertiefungen in folgender Anordnung.
Ferner fand sich eine größere Anzahl unglasierter Scherben, z. T. mit umlaufenden Furchen verziert, daneben aber auch ganz glatte Stücke. Es befanden sich mehrere Randstücke darunter. Die Scherben müssen von auf der Scheibe gearbeiteten Gefäßen von guter harter Beschaffenheit stammen. Neben ihnen lag noch ein schmales Stück Eisen.
In unmittelbarer Nähe der Dorfstelle befanden sich drei Hügel, von denen zwei im Volksmunde mit „Backofen" bezeichnet werden. -Nach dem Bericht des Herrn Oberförsters waren sie mit Steinkreisen umgeben gewesen, im weiten Umkreis mit größeren, im engeren Umkreis mit kleineren Steinen. Sie waren mit einer Schicht fetter, lehmiger Erde bedeckt. Ihre Form erweckt Verdacht auf alte Hügelgräber. Auf dem der Dorfstelle zunächst gelegenen sollen sich einige alte Backsteine gefunden haben.
In alten Dokumenten der Stadt Wittstock wird diese Dorfstelle schon im Jahre 1436 als wüst erwähnt. Eine umfassende, großzügig vorgenommene Ausgrabung würde zweifellos eine Fülle kulturhistorisch überaus wichtiger und interessanter Dinge zu Tage fördern. Keramik und Geräte und Waffen jener Zeit sind durchaus noch nicht so bekannt, daß so einwandfrei festzulegende Funde nicht von hoher Bedeutung sein würden. Vom Standpunkt der Heimatpflege wäre eine solche Ausgrabung aber doppelt zu wünschen. Würde sie doch eine geschichtlich noch greifbare Zeit vor unseren Augen beleben und ein kulturhistorisches Bild vor uns auswachsen lassen, das nun in ganz anderer Weise zu uns und unserer Jugend spräche, als Bücher oder Vorträge es zu vermitteln vermöchten. Allen: Anschein nach muß das Dorf durch Brand zerstört sein,
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