Heft 
(1924) 3
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vielleicht in den mecklenburgischen Grenzkämpfen der damaligen Zeit. Eine so plötzliche Zerstörung würde natürlich erheblich mehr Aussicht auf reiche Funde lassen, als ein allmähliches Räumen, in dem die Habe mitgenommen wurde.

A. v. A.

Aus der Museumsarbeit und dem Vereinsleben.

Das vorliegende Heft ist das letzte unseres Vereinssahres 1924/26 und soll zugleich in das neue Vereinsjahr hinüberleiten, in dem wir hoffen, unseren Mit­gliedern vier Hefte bieten zu können. Wir haben ein Jahr des Aufstieges hinter uns und können mit Zuversicht in das neue Jahr hinübergehen, mit der Zu­versicht, daß unsere Arbeit im gedeihlichen Fortschreiten begriffen ist. Allen unseren Mitgliedern, die uns in den schweren Jahren so treu zur Seite gestanden haben, sei noch einmal herzlich dafür gedankt. Wir wollen diesen Dank abzu­tragen suchen in der Arbeit, die wir für die Heimat tun. Diesem Heft fügen wir eine alphabetisch geordnete Liste unserer Mitglieder bei, in dem Gedanken, daß dies das Genleinschaftsgefühl aller, die am gemeinsamen Werke stehen, stärken kann. Wir bitten herzlich, unserer Arbeit neue Mitglieder zuzuführen. Der Mehrzahl unserer Mitglieder wird bekannt sein, daß unsere Arbeit in diesem Jahre eine erhebliche Erweiterung durch die archäologische Landesausnahme er­fahren wird, die der Kreis in Angriff genommen hat. Viele bisher nicht beachtete Fundstellen werden dabei zu unserer Kenntnis gelangen; bei manchen wird eine sofortige Ausgrabung vorgenommen werden müssen, um die Altertümer vor Zerfall und Zerstörung zu bewahren. Wir bedürfen also mehr als je der ver­ständnisvollen Teilnahme und Mitarbeit weitester Kreise. Ueber alles, was das Museum dabei an Arbeit leistet, soll in diesenMitteilungen" sofort Bericht erstattet werden, wie auch dieses Heft über das, was bisher geschehen konnte, in kleinen Aufsätzen Mitteilung macht. Vier Fundstellen, die einer baldigen Ausgrabung bedürfen, sind uns bereits gemeldet: Jakobsdorf, Wulfersdorf, Barenthin Abbau und Vehlin b. Glöwen. Nur die ungünstige Witterung hat eine Besichtigung und etwaige Ausgrabung an diesen Plätzen bisher verhindert.

Am 16. November fand die diesjährige Generalversammlung unseres Museumsvereins statt, und zwar in Wittstock imDeutschen Haus". Nach dem Jahres- und Kassenbericht kamen die Aufgaben zur Sprache, die dem Museum Heiligengrabe bei der archäologischen Landesaufnahme zufallen würden. Da bei der zahlreich besuchten Versainmlnng eine eingehendere Erörterung dieser sach­lichen Fragen zu weit von der Tagesordnung abgeführt haben würde, wurde eine Kommission für eine spätere Beratung ernannt Sodann hielt der Privat- dozent Herr I)r. Hoppe ans Berlin den angekündigten Vortrag über Wittstock und die Prignitz. Den Bericht darüber entnehmen wir dem Kreisblatt und General-Anzeiger, wie er hier folgt:

Der Mnseumsverein Heiligengrabe hatte feine Mitglieder Sonntagnach­mittag nach Wittstock eingeladen, um dort mit ihnen eine Aussprache ab­zuhalten und um ihnen einen Vortrag von Herrn Dr. Hoppe aus Berlin über Wittstock und die Prignitz" halten zu lassen. Der Besuch war ein sehr zahl­reicher und bewies, daß die Bestrebungen des Vereins einem großen Interesse begegnen. Nach einer um 5 Uhr begonnenen Mitgliederversammlung, die aber lediglich interne Sachen behandelte, hielt Herr Dr. Hoppe aus Berlin einen sehr interessanten Vortrag über das obige Thema, den er an der Hand einer großen übersichtlichen Landkarte eingehend erläuterte. Der Redner wies in klaren Ausführungen darauf hin, daß schon in der trübsten Zeit der märkischen