Heft 
(1931) 1
Seite
67
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Fundberichte.

Grabung in Meyenburg, 22. Fundstelle Dachsberg.

613. Mai 31.

Durch Herrn Förster Lambarth war das Museum schon ini Herbst 1930 auf eine Waldlichtung aufmerksam gemacht worden, darin ein im Durchmesser 16 Meter großer Kreis lag, der rings mit allerdings schon zum Teil gesprengten großen Findlingen umstellt war. Der Förster hatte an einer Stelle eine Grube gemacht, in der ich Randstücke eines eisenzeitlichen Gefäßes fand. Bei einer zweiten Besichtigung im Spätherbst zeigte sich, daß Herr Förster Lambarth am Dachsberg bei Kulturarbeiten auf eine Urne gestoßen war.

Als ich am 6. Mai zu einer eingehenderen Untersuchung der Fundstellen hinausfuhr, hatte der Förster am gleichen Tage bei Pflanzarbeiten an einer nach Westen gelegenen Stelle des Dachsberges Scherben gefunden. Wir begannen, da die Pflanz­arbeit hier fortgesetzt werden sollte, zunächst bei dieser Fundstelle.

Stelle 1: Nach Abtragen des Rasenbodens zeigte sich eine schön gepackte Steinschicht, deren Maße Nordsüd 3,80 Meter, und Ostwest 2,80 Meter betrugen. Die Steine waren mittel­groß, vielfach schön abgeplattet. Schon bei Freilegen dieser ersten Steinschicht fanden sich an verschiedenen Stellen Scherben. An Stelle 1,1 lagen die Scherben in aschgrauer Erde mit et­was Holzkohle und wenig Knochensplitter dazwischen. Die Steinschicht war hier nur einfach. An Stelle 1,2 lagen in der ersten Steinschicht einige Scherben, unter dieser Schicht zeigte sich noch eine stärkere zweite Packung und neben ihr lagen Stücke eines Deckels mit der Innenseite nach oben gerichtet. Stelle 1,3 und 1,4 enthielten in der zwischen den Steinen lie­genden Erde Holzkohle und einige Scherben. Die Steinpackung setzte sich in zweiter Schicht nur in der Richtung nach Westen und nach Norden fort. Unterhalb der Steine war an den Stellen, an denen sich Scherben gefunden hatten, die Erde stark dunkel gefärbt. Holzkohle und Scherben waren dazwischen verteilt und gebrannte Lehmbröckchen. In der nach Norden gerichteten Packung stand das Grab, eine von sieben hochge- kantelten Steinen schützend umgebene Urne. Die Urne und be­sonders der dazu gehörende Deckel waren stark zerdrückt. Das Gefäß stand in 70 Zentimeter Tiefe auf einem flachen Stein von 35 Zentimeter Durchmesser.

Der Dachsberg ist eine abgeflachte Erhebung im Walde, der bei näherer Besichtigung allenthalben kleine und größere Kreise zeigt. Durch Befragen älterer Arbeiter konnte festgestellt