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und aufgelegten Buckeln verziert sind, geben der Vermutung Raum, daß dieser Friedhof länger belegt worden ist, als die bisher in der Prignitz bekannten, daß wir es also hier mit den letzten Resten germanischer Völker zu tun haben, die noch in der Prignitz verblieben, als die Hauptmasse schon nach den, Süden abgewandert war. Dies Ergebnis allein würde die Mühe und die Kosten dieser großen Ausgrabung unseres Museums lohnen. Ein genauer Grabungsbericht wird erst nach Fertigstellung aller Gefäße gegeben werden können.
Eggersdorf 12.
Beim Stubbenroden stießen Arbeiter, die uns bei der großen kaiserzeitlichen Grabung mitgeholfen hatten, auf der entgegengesetzten Seite des Rummelsberges in lehmig rotem Boden auf Gefäßrand. Sie glaubten, wieder eine Urne gefunden zu haben, und gaben uns Nachricht. Eine erstmalige Untersuchung zeigte, daß es sich nur um Scherbenstücke handelte, die stark dem Brand ausgesetzt gewesen waren. Daneben lagen reichlich Lehmbrocken, die ab und an Rutenabdrücke zeigten. Am 31. August wurde die Stelle planmäßig abgedeckt. Es bestand die Annahme, daß es sich hier um ein durch Brand zerstörtes Haus handele und zwar nach der Verzierung der Scherben uni eins aus der ältereu Eisenzeit. Wir suchten nun bei der Grabung die Grenzen der Lehmpacknng zu finden und den so gefundenen Grundriß freizulegen. Die Lehmschicht begann schon 30 Zentimeter unter der Oberfläche, sie wurde zum Teil besonders an der Nord- und Westseite von tiefdunkelrotem Sand begrenzt. Schon obenauf lagen Scherbenstückchen und Lehmbrocken. Auffallend war von Anfang an die geringe Größe der Lehmstelle, die in der obersten Schicht 2 Meter zu 2 V? Meter betrug. Dieser Umfang verringerte sich in der Tiefe aber noch erheblich, da es sich erwies, daß sie fast ganz von schräg in die Erde gesenkten größeren Steinen umstellt war und im Lichten nur etwa 1,60 zu 1,40 maß. In der Mitte war ein etwa 30 Zentimeter breiter Kreis lehmfrei. Lehmbrocken und Scherben mehrten sich nach der Tiefe zu erheblich. Der Lehm war meist sehr hart und von einer hellroten Färbung, die Scherben entweder hellrot gebrannt oder in selteneren Fällen grau verschlackt. Die Brocken mit schönen breiten Rutenabdrücken nahmen in auffallender Weise nach der Tiefe zu. So setzte sich die Lehmpackung in 60 Zentimeter Stärke fort, bis dann eine tiefgrau gefärbte Aschenschicht begann, die einen Durchmesser von 80 Zentimeter hatte und eine Stärke von 13 Zentimeter. Auch sie enthielt noch Scherben und Stücke mit Rutenabdrücken. Unter ihr begann eine 27 Zentimeter starke Schicht tiefdunkelroten Sandes, unter der