Heft 
(1931) 1
Seite
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tief, in einer Brandstelle. Die Brandstelle hatte einen Durch­messer von 30 Zentimeter, war am Boden mit kleinen Steinen gepflastert und reichte bis in 70 Zentimeter Tiefe. Eine zweite Urne fand sich an der Westseite der Packung, diesmal ganz in Steine verkeilt und von ihnen zerdrückt. Sie hatte einen Deckel, Tiefe etwa 40 Zentimeter. Eine dritte Urne endlich, ein kleines Gefäß, war an der Südseite der Packung neben einen ganz großen Stein gestellt. Außerdem fand sich noch eine größere Scherbenstelle an der Nordseite. Die Urnen gehören der Form nach in die ältere Eisenzeit. Sehr eigen­tümlich war, daß alle drei Urnen aus dieser Packung nur ganz wenige Splitter Leichenbrand enthielten. Beigaben waren nicht mitgegeben.

Kuhbier 5.

Auf dem Acker des Herrn Schneider-Kuhbier, uuweit einer- alten Fundstelle aus der frührömischen Kaiserzeit, war durch die heftigen Gewittergüsse des vergangenen Jahres ein Hang ausgewaschen. Ganze Teile des Erdreiches waren fortge­schwemmt. Diesem Umstand ist zu danken, daß hier Urnen zu Tage kamen. Freilich sind sie durch die Gewalt des Wassers vollständig zerstört und verlagert worden, aber ihre Scherben tonnten bei Untersuchung der Fundstelle geborgen werden und außerdem eine eiserne Gürtelschnalle und das Bruchstück einer Bronzefibel. Auch diese Urnen gehören, wie die der benach­barten Fundstelle, der frührömischen Kaiserzeit an. Während auf diesem Fundplatz 1 der Boden reichlich mit Scherben bedeckt ist, also alles auf Zerstörung des einstmals Vorhandenen hin­deutet, stehen auf Fundplatz 6 die Gefäße in einer so erheb­lichen Tiefe, auch sind oberhalb keinerlei Scherben zu finden, daß man wohl darauf hoffen darf, hier noch bei einer Grabung auf unversehrte Urnen zu stoßen. Das wäre umso erfreulicher, als bisher die frührömische Kaiserzeit der Ostprignitz nur durch Zufallsfunde vertreten ist. Eine sachgemäße Grabung eines solchen Gräberfeldes hat hier noch nicht stattgefunden.

A. v. A.