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Aus der Museumstätigkeit.
1931 ist ein überaus arbeitsreiches Jahr für unser Museum gewesen. Zunächst sei der zwei großen Grabungen gedacht, die es uns brachte, der Grabung von Meyenburg und der von Eggersdorf (siehe den Sonderbericht unter Ausgrabungen). Besonders die Eggersdorfer Grabung hat ungemeine Ansprüche an die Leistungskraft unseres Museums gestellt. Ihr Ergebnis bestand in 278 Grabstellen und über 60 Brandstellen. Die Grabungszeit erstreckte sich über 5 Wochen. Ohne die nie er« müdende Unterstützung, die wir von Herrn und Frau Kuhrt in Eggersdorf erfahren durften, wäre sie nicht durchführbar gewesen. Mit der Grabung selbst ist aber nur ein Teil der Arbeit geleistet. Die Urnen müssen auf ihren Inhalt untersucht, die zum größten Teil in Stücke gefallenen, wieder hcrgestellt werden. Die Beigaben müssen gepflegt werden, alle Eisensachen in langwieriger Behandlung. Erst dann, wenn alle diese Arbeiten geleistet sind, können die Funde katalogisiert werden. Es wird also eine Grabung wie die von Eggersdorf ein kleineres Museum etwa ein Jahr lang voll in Anspruch nehmen. Ja, wenn nach Jahresfrist alle die oben geschilderten Arbeiten wirklich geleistet sind, sodaß die Funde wohlgeordnet für jede Untersuchung zur Verfügung stehen, so ist das eine Höchstleistung, die auch von großen Museen mit weit umfassenderen Hilfsmitteln kaum geleistet wird. Wenn also jetzt nach einem knappen halben Jahr in unserem Museum von den 278 Gräbern 170 dnrchge- arbeitet sind, davon 120 vollkommen wieder hergestellt, so dürfen wir uns einer solchen Arbeit Wohl ein wenig rühmen. Doch scheinen die Ergebnisse der Grabung die Mühe und den Aufwand an Kräften voll zu lohnen.
Neben diesen Grabungen war die wichtigste Arbeitsleistung unseres Museums die Aufstellung des Königsgrabes von Seddin, über die der Aufsatz von Herrn Dr. Lechler alles Wissenswerte enthält. Trotz mancher Schwierigkeiten wurde es möglich, die Nachbildung der Grabkammer bis zur großen Frühjahrstagung unseres Museums fertig zu stellen. Sic wurde so der Mittelpunkt dieser eindrucksvollen Tagung.
Auch diese Tagung in Heiligengrabe ist der wichtigen Heimatarbeit, die das Museum in diesem Jahre geleistet hat, zuzurechnen. Sie war für den 7. Juni angesetzt. Ihr voran ging am 0. Juni eine Schulungstagung für die Prignitzer Lehrerschaft. Schon seit Jahren bestand der Wunsch in der Museumsleitung, durch eingehende Führung, durch Vortrag init reicher Auswahl von Lichtbildern der Lehrerschaft Anregung für den vorgeschichtlichen Unterricht in den Schulen zu ver-