Heft 
(2019) 26
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Otis 26(2019): 1 – 53 Avifaunistischer Jahresbericht für Brandenburg und Berlin 2016 Hartmut Haupt, Wolfgang Mädlow& Lukas Pelikan Hartmut Haupt, Hannemannei 8, 15848 Beeskow Wolfgang Mädlow, In der Feldmark 7, 14476 Potsdam, wmaedlow@t-online.de Lukas Pelikan, Wusterauer Anger 23, 14774 Kirchmöser, lukas@p-film.de Einleitung Systematik und Taxonomie der Vögel befinden sich seit einigen Jahren im Umbruch, bedingt durch neue Erkenntnisse über die natürlichen Verwandtschafts­verhältnisse aufgrund neuer, vor allem genetischer Methoden. Von Zeit zu Zeit müssen sich Referenz­listen für den praktischen Gebrauch diesen Er­kenntnissen anschließen. So ist 2018 und 2019 eine neue Artenliste der Vögel Deutschlands erschienen, herausgegeben von der Deutschen Ornithologen­Gesellschaft( B arthel & K rüger 2018, 2019). Beide Listen unterscheiden sich insbesondere durch die Reihenfolge der Ordnungen der Nichtsingvögel von­einander, denn zwischen den Publikationsdaten er­folgte auf internationaler Ebene eine Umstellung der IOC-Artenliste, die als Referenzliste herangezogen wird. Der aktuellsten Fassung dieser Liste( B arthel & K rüger 2019) schließen wir uns künftig auch in unseren avifaunistischen Jahresberichten an. Die Reihenfolge der Arten hat sich recht deutlich verändert, so dass einige Umgewöhnungen erfor­derlich sind. Segler, Trappen, Kuckucke, Tauben und Rallen rücken weiter nach vorne,Taucher und Reiher werden jetzt hinter den Limikolen und vor den Greif­vögeln eingeordnet. Die Falken gelten als nächste Verwandte der Papageien und sind von den Greifvö­geln getrennt.Weniger Abweichungen gegenüber der gewohnten Liste gibt es bei den Singvögeln. In eini­gen Fällen gab es Änderungen bei der Anerkennung von Arten gegenüber der bisherigen Liste. In jeweils zwei Arten aufgespalten sind Saatgans und Birken­zeisig, dagegen sind die in der letzten Liste(2005) in Artrang erhobenen Schafstelzenformen nun wieder zu einer Art zusammengefasst. Recht viele Änderungen gab es bei den wissen­schaftlichen Namen. Sie dienen dazu, den tatsächli­chen stammesgeschichtlichen Zusammenhang der Gattungen deutlich zu machen. Während diese Än­derungen unmittelbar Folge wissenschaftlicher Er­kenntnisse sind, beruhen die deutschen Vogelnamen auf Konvention. Unserer Auffassung nach wurden hier einige gebräuchliche Namen unnötig durch we­niger gebräuchliche oder gar durch künstliche Neu­schöpfungen ersetzt. Wir haben uns deshalb(wie schon bei der Artenliste 2005) entschieden, zunächst bei den vertrauten deutschen Vogelnamen zu bleiben und abzuwarten, ob sich die Neuerungen allgemein durchsetzen. Für den Jahresbericht wurden knapp 360.000 Datensätze ausgewertet, von denen fast 93 % über das Eingabeportal www.ornitho.de gemeldet wur­den. Dies betraf Beobachtungsdaten aus Branden­burg. Daten aus Berlin standen nicht zur Verfügung, dafür wurde auf die Jahresberichte der Berliner or­nithologischen Arbeitsgemeinschaft(BOA 2017a,b) zurückgegriffen. Die Auswertung der Daten erfolg­te teilweise durch eine speziell entwickelte neue Software(Programm zur Auswertung Avifaunis­tischer Daten, PAAD), mit dessen Hilfe einerseits