Heft 
(2019) 26
Seite
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Kehl& Koch: Wiederansiedlung von Steinkäuzen in der Nuthe- Nieplitz- Niederung

Tab. 2: Auswilderungen von 2010 bis 2018. Tab. 2: Reintroductions to the wild 2010 to 2018.

Handauswilderung/ Aussetzen in Nisthilfen

2010 12

2011

46

2012 28

2013

28

gesamt 114

Familienauswilderung mit Auswilderungsvolieren= AV

Jahrgang

Anzahl AV

Anzahl ausgewilderter Vögel

AV Besetzung

AV Öffnung

adult

juvenil

gesamt

2013

2014

10

20

2014

2015

9

18

2015

2016

7

14

2016

2017

6

12

2017

2018

10

20

84

832333

58

13

31

16

13

25

30

50

96

180

294

Auswilderung gesamt 2010-2018

schaft vergleichbar. Der Familienverband kann dann eine den natürlichen Verhältnissen entsprechende Entwicklung nehmen. Die Jungvögel werden von den Eltern bis zum Abstreichen aus dem elterlichen Re­vier versorgt.

Mittels Telemetrie konnte ein weiblicher Altvogel aus der AV Stangenhagen Nord innerhalb von 55 Ta­gen 48mal geortet werden. Der Brutpartner wurde in der gleichen Zeit 47mal geortet. Ein Altvogel der AV Beelitz wurde von Juli 2017 bis März 2018 regelmä­Big im Umfeld der AV beobachtet.

Die aufwendige Auswertung der Fotofallen er­gab, dass die Aufenthaltsdauer der Jungvögel an der

6.3.3 Wildbruten

Bereits nach der ersten Aussetzung von Jungvögeln durch Handauswilderung im Jahr 2010 wurde 2011 die erste Wildbrut registriert. Die weitere Entwick­lung der Wildbruten ist in Tab. 3 dargestellt.

Maßgeblich für den Bestandszuwachs und damit den langfristigen Erfolg des Projektes ist letztlich die Fortpflanzungsziffer, welche die Anzahl Jungvögel pro begonnene Brut ausdrückt. SCHÖNN et al.( 1991) nennen Reproduktionsraten aus verschiedenen Län­dern Europas zwischen 1,82 und 2,66. Die Verlustra­ten schwankten zwischen 41,6% bis 51,7%. Die für eine stabile Population des Steinkauzes erforderliche Fortpflanzungsziffer kann nach SCHÖNN et al.( 1991) theoretisch berechnet werden und beträgt 2,35 aus­

AV nach dem Öffnen im Schnitt 23 Tage betrug. Wei­terhin konnte eine relativ hohe Tagesaktivität regis­triert werden.

Als Fremdbesucher" der AV wurden Hauskat­zen, Steinmarder, Elstern und Nebelkrähen erfasst, selten Bussard und Habicht. Dadurch entstandene Verluste bei den Steinkäuzen wurden nicht nach­gewiesen. Anziehend für diese Prädatoren war offensichtlich das in den AV offen liegende Stein­kauzfutter( Eintagsküken, Mäuse). Vorzugsweise soll deshalb das Futter nicht offen liegen, sondern in die Nisthilfen verteilt werden und die Phase der Zufütte­rung nach dem Öffnen der AV möglichst kurz sein.

fliegende Jungvögel pro BP. Ausgeführt wird aber auch, dass schon bei der Annahme einer 5% geringe­ren Sterblichkeit eine Fortpflanzungsrate von nur 1,7 zum Populationserhalt ausreichen würde. In diesem Licht sind die Werte aus Tab. 3 vorsichtig zu interpre­tieren. Auch die relativ geringe Datenmenge lässt noch keine belastbare Interpretation zu. Der durchschnitt­liche Wert der Fortpflanzungsziffer seit 2014 ist mit 1,5 niedrig. Die Verlustrate der letzten sechs Jahre liegt mit neu: 46,6% im Bereich des o. g. Wertes bei SCHÖNN et al.( 1991). Mortalitätsraten einer Steinkauz­population sind ganz wesentlich von Faktoren außer­halb der Brutzeit abhängig, wie harte Winter, jährliche Beutetierschwankungen und Prädationsdruck.

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