Heft 
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144 Otis 26(2019) der Intensität der Fischereiwirtschaft belegt(z.B. bei der Tafelente). Auch die Entwicklungen in der Ag­rarlandschaft spiegeln sich in den Bestandstrends wider. Bei einigen seltenen Arten enthält die Arbeit Daten, die bei der Erarbeitung der Brandenburg­Avifauna 2001 nicht bekannt waren und deshalb interessante Ergänzungen darstellen, wobei einzelne Daten noch von der AKBB zu bewerten wären. S chmidt , H.& O. R ochlitz (2018): Die Rückkehr der Schleiereulen – Hoffnung nach fünf Jahren. Nati­onalpark-Jahrbuch Unteres Odertal 2018: 114 –118. Seit 1985 werden im Altkreis Angermünde Schlei­ereulenbruten kontrolliert, aktuell in etwa 100 Nist­kästen. Der Bestand lag durchschnittlich bei 13 –16 Brutpaaren(maximal 31). Nach 23 Brutpaaren 2009 brach der Bestand nach einem Kältewinter auf ein Brutpaar 2010 ein. Ein weiterer Kältewinter führte zum vollständigen Verschwinden der Art für fünf Jahre. 2016 und 2017 erfolgten jeweils vier, 2018 fünf Brutnachweise. Eine Grafik zeigt, dass nach schnee­reichen Jahren wenige Jungvögel ausflogen. S chubert , P.(2018): Zufallsbeobachtungen aty­pisch singender Buchfinken Fringilla coelebs . Or­nithol. Mitt. 70: 251–253. Ein Buchfink bei Rieben/PM sang wie ein Waldlaub­sänger, was im Sonagramm dargestellt wird. Ein weiterer bei Dobbrikow trug einen klappergrasmü­ckenartigen Gesang vor, während in Bayern ein Vogel aufgenommen wurde, der den arttypischen Gesang mit dem der Tannenmeise kombinierte. blattwespe) untersucht. Verglichen wurden jeweils Fraßflächen ohne Pestizideinsatz, Flächen nach Ein­satz des Totalinsektizids Karate und Kontrollflächen, die von den Kalamitäten nicht betroffen waren, mit insgesamt 360 Nistkästen. Bei der Kohlmeise als häufigster Art waren in den Fraßflächen tendenziell mehr Nistkästen besetzt als in den Insektizidflächen. Der Ausfliegeerfolg war im Gebiet Lieberose in den Insektizid- und Kontrollflächen tendenziell höher als in den Fraßflächen, bei Herzberg lagen Fraß- und Insektizidflächen ungefähr gleichauf und die Kont­rollflächen etwas höher. Allerdings werden die Ur­sachen für die Brutverluste nicht weiter angegeben. Im Gebiet Herzberg war ein häufiges Auftreten des Trauerschnäppers in den Insektizidflächen und der Tannenmeise in den Fraßflächen auffällig. S tramka , E.(2018): Brutbiologische Beobachtun­gen an zwei Brutpaaren des Seeadlers Haliaeetus albicilla . Ornithol. Mitt. 70: 243 –250. Verhaltensbeobachtungen an zwei Seeadlerpaaren bei Potsdam zeigten, dass entgegen früherer Vorstel­lungen auch das Männchen die Jungen füttert und das Weibchen Nahrung für die Brut heranbringt – letzteres zuweilen in erheblichem Umfang. Dieses Verhalten variiert individuell.Ein erstmals brütendes Seeadlermännchen beherrschte bereits alle nötigen Verhaltensweisen zur Jungenaufzucht. Die Anzahl der Beuteübergaben und der ­Fütterungen wird für Männchen und Weibchen für die ersten drei Wochen der Jungenaufzucht angegeben. Wolfgang Mädlow S edlaczek , M.(2018): Nistkastenbasierte Untersu­chungen zum Einfluss von Insektizidanwendun­gen und Kahlfraßereignissen auf Brutvögel in Kiefernforsten. Eberswalder Forstl. Schriftenreihe 65: 57– 64. In zwei Gebieten(Lieberose und Herzberg) wurden Nistkastenbesatz und Bruterfolg in einförmigen Kie­fernforsten bis zu drei Jahre nach dem Auftreten von Kalamitäten(Kiefernspinner, Kiefernbuschhorn-