Heft 
(2019) 26
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146 Otis 26(2019) Jürgen gehört zu den wenigen brandenburgischen Ornithologen,die es mit ihren Publikationen in die re­ference list desHandbook of the Birds of the World geschafft haben. Darüber hinaus war er ein ausge­zeichneter Vogelfotograf, der mit großer Ausdauer in unbequemer Haltung stundenlang im Auto zubringen konnte. Einige seiner letzten Bilder entstanden am Brutplatz des Bienenfressers in der Uckermark. Mit seinem KinderbuchHirundo& Rustica. Die aufregenden Abenteuer zweier Rauchschwalben­kinder(2012) überraschte er alle, die ihn kann­ten und erfüllte sich zudem einen lang gehegten Kindheits-Traum. Jürgen bekannte in einem Inter­view anlässlich der Vorstellung seines Buches mit der Märkischen Oderzeitung(10.3. 2013)die Vögel sind für mich mehr als ein Hobby. Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir haben einen hervorragenden Ornithologen, liebenswerten Menschen und zuverlässigen Freund verloren. Rolf Uhlig In memoriam Dr. Detlef Robel(6.6.1944 –13.4.2019) Detlef Robel(Bildmitte) während einer Exkursion im Raum Guben, gemeinsam mit dem Nestor der Avifau­nistik der Niederlausitz Rudolf Schmidt(links) und Ralf Zech. Foto: S. Robel Die Niederlausitz ist seit jeher eine Region mit nicht allzu vielen aktiv arbeitenden Faunisten. Umso ein­schneidender ist der Verlust eines profilierten Mit­streiters. Am 13.April 2019 verstarb Detlef Robel im Alter von 74 Jahren in Cottbus im Beisein seiner Ehefrau. Seit Ende November 2017 kämpfte er mit den Folgen eines schweren Schlaganfalls. Trotz manch körperli­cher Einschränkungen interessierten ihn bis zuletzt alle Neuigkeiten, Aktivitäten und Ergebnisse zur Avifauna in der Region. Er war zeitlebens tief ver­wurzelt mit seinen Beobachtungsgebieten nördlich Cottbus bis hinein in den Oberspreewald. Als mittlerer Spross dreier Brüder wurde er am 6. Juni 1944 in Cottbus geboren. Bereits im Kindes­alter war sein Interesse an der Natur sehr groß. Am­phibien, Reptilien, Fische und Kleinsäuger hielt er selbst. Sein größtes Interesse galt aber auch zu dieser Zeit bereits allen flugfähigen biologischen wie tech­nischen Flugobjekten(Insekten,Vögel, Fledermäuse, Flugzeuge). Ob seine Affinität zu Flugzeugen in der räumlichen Nähe zum damaligen Militärflugplatz Cottbus lag, muss offen bleiben. Seine bereits als Kind ausgeprägten Interessen zeichneten seinen beruflichen Werdegang vor und so war es folgerichtig, dass Detlef als Berufsziel Bio­loge wählte. Von 1963 bis 1968 studierte er an einer der ältesten Universitäten Deutschlands, der Ernst­Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Biologie. Seine Diplomarbeit verfasste er zum Thema Die Säuge­tiere Hiddensees und einiger weiterer Ostseeinseln unter besonderer Berücksichtigung der Waldmaus (Apodemus sylvaticus L. 1758). Nach dem Studium kehrte er umgehend in die Heimatregion zurück, zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hy­gieneinstitut in Frankfurt/Oder bzw. kurz darauf wieder in Cottbus. Seinen Neigungen zu Vögeln mehr entsprechend folgte eine 15jährige Zeit als Ku­rator für Vögel im Tierpark Cottbus(1976-1990). Zu dieser Zeit führte er in der Freizeit gemeinsam mit seiner Frau Sigrid umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen an einem der letzten deutschen Vorkommen der Blauracke durch. In seiner Disserta­tion zum ThemaUntersuchungen zur Brutbiologie, speziell Ethologie, der Blauracke(Coracias garrulus L., 1758) unter besonderer Berücksichtigung des