Langgemach: Mysteriöser Tod eines Eisvogels in einer Baumhöhle.
Moosnestes, während der Eisvogel oben darauf lag. Das nur teilweise vorhandene Skelett lässt sich wohl dadurch erklären, dass der Pfahl mehrfach bewegt, transportiert und schließlich sogar zerlegt wurde.
Möglichkeit 2: Das unvollständige Skelett kann auch ein Indiz dafür sein, dass der Vogel schon tot war, als er in den hohlen Pfahl gelangte. Er könnte als Beute eines Greifvogels- bzw. von einem solchen tot gefunden- beim Kröpfen in den hohlen Stamm hineingerutscht sein. Turmfalken z. B. sind eher ,, Bisstöter", die ihre Beute durch Biss in den Halsbereich töten und dann am Kopf anfangen zu fressen.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass GLUTZ& BAUER( 1994) wenige Fälle zitieren, in denen Eisvögel ausnahmsweise in Baumhöhen bzw. morschen Holzpfählen brüteten. Auch wenn sich der Vergleich zu dem morschen Zaunpfahl in Abb. 2 anbietet, spricht nichts dafür, dass der Fund des
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( immaturen!) Eisvogels mit einem Brutversuch zu tun hat.
Danksagung
Ich danke Tobias Dürr mit seinem„ kriminalistischen" Gespür für viele spannende und fruchtbare Diskussionen zu den Fundumständen von Vögeln- im Allgemeinen zu wichtigeren Themen wie der Mortalität an Windkraftanlagen, Stromleitungen oder zu illegaler Verfolgung.
Literatur
GLUTZ VON BLOTZHEIM, U. N.& K. BAUER( 1994): Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd. 9 Columbiformes- Piciformes. 2. Auflage. Aula- Verlag.
PUTZE, M.( 2008): Vogelverluste in Koppelpfählen. Otis 16: 89-92.